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Jakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend
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Tarock-OrakelJakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend

Astrologie und Lebensbaum


Die Bibel verrät uns wenig über den Baum des Lebens. Nur so viel, dass er inmitten des Paradieses wächst. Erst die Kabbala bietet mehr Details. Die Krone dieses Baumes, so erfahren wir, wird "Kether" genannt. Und man muss sich diese Krone als eine gänzlich immaterielle, aber schöpferische Sphäre vorstellen. Aus dieser Sphäre heraus manifestieren sich - durch ein stufenweises "Herabsteigen des Geistes" - weitere neun, zunehmend materieller werdende Sphären. Schließlich endet das Ganze in der Sphäre (oder "Sefira") von "Malkuth" - der uns vertrauten Seinsebene der erschaffenen Welt in Raum und Zeit.

Um den Stellenwert dieses metaphysischen Abstiegs des erschaffenden Geistes für die Bedeutung der Astrologie einordnen zu können, wollen wir noch die Frage betrachten, wie diese höchste Sefira Kether ihre fortschreitende Herabkunft in die Materialisation bewerkstelligt. Sie tut es, indem sie aus sich heraus eine zusätzliche Zweiheit manifestiert, nämlich die beiden Sefirot "Chokmah" und "Binah".
Zusammen erzeugen diese drei Bewusstseins-Zentren dann nacheinander die sieben unteren Sphären.

Das schöpferische Potential dieser obersten Dreiheit wurde übrigens vor 2.000 Jahren von den kabbalakundigen Kirchengründern zum "Dreieinigen Gott" des neuen Christenglaubens umdeklariert, bestehend aus "Vater, Sohn und Hl. Geist" *.
Soviel dichterische Freiheit im Umgang mit der heiligen Kabbala mag zunächst erstaunen. Andererseits waren aber damals auch schon andere Details der Lehre umgedeutet worden. Für die Thora hatten sich die wenig konkreten "7 Sphären" des Lebensbaumes längst in die sehr viel griffigeren "7 Schöpfungstage" verwandelt.

Die ersten sechs dieser "Tage" waren jeweils "gut". Den siebenten Tag aber - unsere materielle Wirklichkeit - nutzte Gott um "auszuruhen"... Deshalb gibt es - gemäß der Bibel-Diktion - in unserer unbeaufsichtigten Welt des siebenten Tages nicht nur "gut" sondern auch "böse".


Die abstrakte Metaphysik der Kabbala verschwand zunehmend hinter den eingängigen Allegorien und Metaphern der Bibel. Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben, um den involutionären Abstieg des Menschen aus der Sefira 9 hinunter in die Sefira 10 darzustellen. (Dabei wurde die Bedeutung der Schlange Kundalini gleichzeitig verschleiert wie enthüllt.)

Doch der Mensch ist nur körperlich an diese dichteste der 10 Sphären gebunden. Seine Seele und sein Geist haben nach wie vor Anteil auch an den höheren Ebenen (je nach dem Entwicklungsgrad unseres Bewusstseins).

Diese höheren Sphären wiederum korrespondieren mit gewissen Energien oder Kräften, wie sie uns seit jeher aus dem Götterkosmos der griechischen Mythologie vertraut sind. Und... diese Götter haben erstaunlicherweise - wie wir Menschen auch - einen physischen Körper in der materiellen Welt.

Allerdings kleben die Götter nicht nach Menschenart an dem Planeten Erde fest. Vielmehr umkreisen sie - majestätisch und frei schwebend - ihr Zentralgestirn. Doch wir ignoranten Erdenbürger sehen in ihrer göttlichen Gegenwart gewohnheitsmäßig nichts anderes als gewaltige Feueröfen, rotierende Eiskugeln, Gasballons oder tote Gesteinsbrocken.

Wie bitte? Planeten als wirkliche Götter? Wo bleibt denn da das moderne Weltbild der aufgeklärten Wissenschaft?
Nun ja, vergessen wir nicht, unser gesamtes Universum ist letztlich "nur" eine manifestierte göttliche Idee, geboren aus noch sehr viel höheren Ideen - aus Lebensbäumen oberhalb unseres eigenen Lebensbaumes. Und welcher kluge Wissenschaftler wollte sich ernstlich anmaßen, seine beschränkten Maßstäbe und Vorstellungen von Realität anzulegen an eine Welt der Unsterblichen, in der er selber nur als Sterblicher vorkommt?

Unsere klassische Antike wusste gut Bescheid: Die Olympier können recht launisch sein. Mal schütten sie gönnerhaft ihr Füllhorn über uns aus, mal sind sie zornig, manchmal gar gnadenlos.

Je nachdem, wie die Götter in ihrem ewigen Kreisen jeweils miteinander harmonieren oder gegeneinander opponieren, wie sie einander also jeweils "aspektieren", so können wir mit entsprechenden Auswirkungen auf unsere irdischen Belange rechnen.
Wir befinden uns zu ihnen, den Göttern, gewissermaßen ein Leben lang in Resonanz, gemäß den Gaben und Aufgaben, die sie uns im Moment unserer Ankunft auf dem Planeten Erde mit auf den Lebensweg geben.

Wer jedoch "Sonne oder Mond oder allerlei Heer des Himmels" anbetet, um im Bedarfsfall die Götter gnädig zu stimmen, der dürfte enttäuscht werden. Denn seine Gebete können den Lauf der Planeten nicht beeinflussen. Auch ist sein Geburtshoroskop eine feste Größe, die mit der aktuellen Zeitqualität kollidieren kann, ob nun mit Gebet oder ohne...

Aber wir haben trotzdem eine Chance, uns die Götter ein wenig geneigt zu machen und damit die Wirkung schwieriger "Transite" abzumildern... Nur sind unseren Möglichkeiten enge Grenzen gesetzt - durch unser individuelles Bewusstsein:
Je mehr wir der materiellen Welt verhaftet sind (den Äußerlichkeiten der 1. und 2. Dimension des Bewusstseins; siehe unter Kreuz), desto "realer" manifestiert sich auch ein zu erwartendes Ereignis - sei es positiv oder negativ; je bewusster wir aber leben (siehe unter Pyramide), desto "mentaler", innerlicher ist seine Wirkung.

Man könnte auch sagen, dass sich der Grad des Bewusstseins eines Individuums in der Art der Interaktion seines Geburtshoroskops mit den jeweiligen Transiten darstellt.

Stand: Februar 2009

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* Auch die anbetenden "Heiligen drei Könige" des Evangeliums sind ein Zitat dieser kabbalistischen Oberen Dreiheit: Bekanntlich glaubten nur wenige jüdische Zeitgenossen an Jesus als ihren erwarteten "Erlöser". Um ihn also entsprechend zu legitimieren, wurde von den Autoren des Neuen Testaments eine Geschichte erzählt von der Anbetung durch die "drei Weisen aus dem Morgenland" - Kaspar, Melchior und Balthasar. Mit deren Namen sollte der Bezug zu den oberen drei Sphären des Lebensbaumes - Kether, Chockmah und Binah - gewahrt werden...

Ein Mann wie Jesus wird in der Lehre vom "Baum des Lebens" dessen 6. Sphäre - Tipharet - zugeordnet. Wenn also angeblich die "Oberen Drei" zur Anbetung von "Nummer Sechs" einbestellt wurden, so war das eine ziemliche Verdrehung von Jahwes Metaphysik - und eine Provokation für die Fachgelehrten der Alten Welt... was von den Evangelisten ja schließlich auch so beabsichtigt war.




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