Abstand
Jakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend
Abstand
DeutschAbstandEnglish
Abstand Jakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend
Jakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend
Jakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend
Abstand Abstand

Tarock-OrakelJakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend

Offener Brief an Papst Benedikt XVI., der als Autor Joseph Ratzinger das Buch "Jesus von Nazareth" (2007) veröffentlichte


Sehr geehrter Herr Ratzinger,

bitte gestatten Sie mir, in einem offenen Brief mich auf Ihre ausdrückliche Erlaubnis zum Widerspruch zu berufen, indem ich einige wenige der Gedanken aus Ihrem Buch "Jesus von Nazareth" aufgreife.

Durch die moderne Exegese wurde sichtbar, wie sich die Schriftwerdung der in der Bibel überlieferten Worte in immer neuen "Relectures" zuträgt: Die alten Texte werden in neuer Situation neu aufgenommen, neu verstanden, neu gelesen. (Zitat aus "Jesus von Nazareth")

Dem möchte ich gern hinzufügen, dass bei diesen "Relectures" auch das Bewusstseins-Niveau des jeweiligen Exegeten für sein Verständnis der Texte wichtig ist. Denn die Botschaft der Bibel ist auf unterschiedliche Stufen oder Dimensionen des menschlichen Bewusstseins gegründet.
Der Unterschied zwischen den einzelnen Dimensionen des Bewusstseins resultiert aus der spirituellen Reife des jeweiligen Individuums und ist unabhängig von Bibel-Exegese oder theologischen Lehren.

Denn für den biblischen Glauben ist es wesentlich, dass er sich auf wirklich historisches Geschehen bezieht. Er erzählt nicht Geschichte als Symbole über geschichtliche Wahrheiten, sondern er gründet auf Geschichte, die sich auf dem Boden dieser Erde zugetragen hat. (Zitat aus "Jesus von Nazareth")

Das wörtliche Verständnis der Bibel bildet quasi den "Körper" der Heiligen Schrift. Will man aber mehr als nur "historisches Geschehen", will man also über den "Körper" hinaus auch die "Seele" und den "Geist" der Bibel studieren (die ihr absichtsvoll eingehaucht wurden), so muss man sich der Kabbala und der Lehre vom Baum des Lebens zuwenden,  welcher bekanntlich inmitten des Paradieses steht.
Halten wir uns vor Augen, wie etwa eines beliebigen Menschen Körper, Seele und Geist erst gemeinsam uns einen Eindruck von seiner Persönlichkeit vermitteln, so gewinnen wir eine ungefähre Vorstellung von den Irrtümern bei der Deutung der Heiligen Schrift, wenn wir ihr Seele und Geist absprechen und sie nur wörtlich verstehen, d.h. als  "Geschichte, die sich auf dem Boden dieser Erde zugetragen hat".

Die innere Freundschaft mit Jesus, auf die doch alles ankommt, droht (bei wankendem Glauben) ins Leere zu greifen. (Zitat aus "Jesus von Nazareth")

Als spirituelle Notwendigkeit macht die "innere Freundschaft mit Jesus" erst dann Sinn, wenn wir Jesus als das biblische Symbol für des Menschen Sonderstellung innerhalb der Schöpfung begreifen lernen, die ihm aus metaphysischer Sicht Anteil an zwei unterschiedlichen Welten - nämlich der Materie und dem Geist - gewährt. Auf den Geist aber kann verständlicherweise keine einzelne Glaubenslehre ein Monopol erheben... allenfalls auf eine historische Persönlichkeit wie Jesus von Nazareth, dessen "Gottessohnschaft" eben dieses Prinzip des menschlichen Geistes - als Vermittler zwischen Schöpfung und Schöpfer - symbolisch verkörpert.

Sie, verehrter Herr Ratzinger, lehnen eine "Gemeinschaft der Religionen ab, weil ja auch Gott trennend zwischen den Religionen und zwischen den Menschen stehen" kann. Gemeinschaft, so sagen Sie, das klingt gut: Auf diesem Weg scheint es möglich, dass Jesu Botschaft endlich universal angeeignet wird, ohne dass man die anderen Religionen missionieren muss; nun scheint sein Wort endlich einen praktischen Inhalt gewonnen zu haben und so die Verwirklichung des "Reiches" zur gemeinsamen Aufgabe zu werden (...) Bei näherem Hinsehen erweist sich das alles als utopisches Gerede ohne realen Inhalt... (Zitat aus "Jesus von Nazareth")

Es ist nicht Gott, der trennend zwischen den Menschen steht sondern deren Glaube. Ein allmählich sich erweiterndes Bewusstsein unserer religiösen Führer und Vorbeter würde sich langfristig auch den Gläubigen mitteilen. Was sich Ihnen heute noch "als utopisches Gerede ohne realen Inhalt" darstellt, ist die nun anstehende große Aufgabe des Wassermannzeitalters. Das Fischezeitalter hat - für jedermann sichtbar - ausgedient.

Mit der allmählichen Erkenntnis von der Einheit aller Lehren des Ein-Gott-Glaubens würde die Anhebung des kollektiven Bewusstseins der Monotheisten auf die Stufe des Wassermann-Zeitalters vollzogen.

Ich persönlich vermag darin logischerweise auch "bei näherem Hinsehen kein utopisches Gerede ohne realen Inhalt..." zu erkennen. Als ein erster Schritt zum besseren Verständnis der anstehenden Millenniums-Aufgabe wäre es darum nach meiner Ansicht hilfreich, die traditionsbefrachteten Lehren von Islam, Christentum und Judentum nicht länger als das jeweilige Ziel sondern allenfalls als den Beginn einer möglichen spirituellen Entwicklung des Menschen wahrzunehmen.

(siehe auch MONOTHEISMUS)

Stand: Mai 2007



*