Aus metaphysischer Sicht ist das menschliche Bewusstsein, als das Bindeglied zwischen "Gott und der Welt", dreidimensional angelegt - so dreidimensional wie etwa der Raum (Breite, Tiefe, Höhe) oder die Zeit (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft).
Seit Adam und Eva hat sich uns allerdings bisher nur die erste dieser drei Dimensionen erschlossen - nämlich die Polarisierung unserer Erkenntnis in das Wissen darum, "was Gut und was Böse ist".
Die zweite Dimension unseres Bewusstseins wird uns die Polarisierung allen Seins zwischen Geist und Materie erkennen lassen.
Die dritte Dimension schließlich wird uns den direkten Zusammenhang zwischen objektiver Wirklichkeit und dem subjektiven Betrachter eröffnen.
In der Bibel wird die hier erstmals wieder vorgestellte uralte Lehre von der Dreidimensionalität des menschlichen Bewusstseins gleich zwei mal - wenn auch nur symbolisch verschlüsselt - zitiert, als geografische Beschreibung des Paradieses und als "Jakobs Traum":
Jakob bettet sein Haupt auf einen Stein und träumt eine Himmelsleiter, auf der die Engel auf und nieder steigen. Vom oberen Ende der Leiter spricht Gott zu ihm, Er wolle Jakobs Nachfahren wie Staub gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag ausbreiten.
Soweit der Traum.
Die vier Himmelsrichtungen - von Morgen bis Mitternacht - sind unschwer als ein
KREUZ (siehe auch dort) zu erkennen, als das "Kreuz der Welt" (d.h. heilig, gleicharmig und vorchristlich).
Das "heidnische" Kreuz ist seit Urzeiten eine Metapher der erschaffenen Welt sowie aller in ihr waltenden Gesetze. (Das christliche Kruzifix dagegen ist eine irreführende Verfremdung dieses heutzutage gänzlich unverstandenen Symbols).
Die Himmelsleiter mit den auf und nieder steigenden Engeln (als Entsprechungen unterschiedlicher geistiger Seins- wie Bewusstseins-Ebenen) ist die Dritte Dimension oberhalb des zweidimensionalen Kreuzes.
Verbinden wir gedanklich die vier Ecken der Welt (das Kreuz) mit dem oberen Ende der Himmelsleiter (von wo Gott zu Jakob spricht) zu einem Ganzen, so erkennen wir darin eine symbolische Pyramide, die sich über dem Fundament des traditionellen Kreuzes erhebt.
Jakobs ruhender Kopf stellt die Grenze dar zwischen der Außenwelt (Kreuz) und der neuen - noch geträumten bzw. der geistigen - Dritten Dimension, der Innenwelt. An dieser Grenze zwischen Außen und Innen endet die Zuständigkeit der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Diese Glaubenslehren betreffen vorwiegend nur die erste Bewusstseins-Dimension der Pyramide - der Schöpfer befindet sich bei ihnen jenseits seiner Schöpfung.
Der zweite versteckte Hinweis auf die Bewusstseins-Pyramide findet sich in der Beschreibung des Paradieses:
Im Garten Eden, so sagt die Bibel, entspringt ein Strom, der sich in vier Hauptwasser teilt ("vier" wiederum als Symbol für das vorchristliche Kreuz, also für die beiden unteren Dimensionen des Seins). In der Mitte des Gartens wächst der Baum des Lebens - als Hinweis auf unsere spirituelle Dritte Dimension.
Der "Baum des Lebens" ist das zentrale Thema der "Kabbala", einer metaphysischen Lehre, welche in grauer Vorzeit den Juden (zur sorgfältigen Bewahrung für eine gereiftere Menschheit späterer Jahrtausende) übergeben wurde. Das religiöse Gegenstück zur (inzwischen fast vergessenen) Kabbala blieb besser erhalten; wir kennen es heute als die Thora, als die fünf Bücher des Moses. (Kabbala und Thora sind die beiden Gesetzestafeln, mit denen Moses vom Berg herab stieg).
Der Lebensbaum ist das Ur-Symbol, das Vor-Bild der geträumten Himmelsleiter: seine unterste Sphäre entspricht dem Stein, auf den der träumende Jakob sein Haupt bettet. Die oberste Sphäre bezeichnet den Ort, von wo aus Gott zu Jakob spricht. Die verschiedenen Sphären dazwischen sind in den auf und nieder steigenden Engeln dargestellt.
Der Baum des Lebens (dessen Früchte Adam und Eva "ewigliches Leben" verleihen könnten) - wie auch die Himmelsleiter Jakobs - bringen den Menschen direkt in Kontakt mit dem Gott des Alten Testaments. Und das liegt nicht nur daran, dass Baum und Leiter jeweils zum ("verbotenen") Klettern einladen... sie erklären obendrein auch beide das Modell der dreidimensionalen Bewusstseins-Pyramide.
Im Neuen Testament fordert Jesus seine Anhänger vor dem letzten Abendmahl auf, nach einem Mann mit einem Wasserkrug Ausschau zu halten und ihm in den Raum zu folgen, den er ihnen zuweist...
Der Mensch mit dem Wasserkrug ist als Hinweis auf das nun beginnende Wassermann-Zeitalter zu verstehen. Und wenn auch der gesuchte Raum sich als lediglich symbolisch erweist, so hat er doch - wie alle Räume - drei Dimensionen.
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Stand: August 2005