Ein Interview mit Giordano Bruno
Vielleicht erinnern Sie sich: im Jahre 2000 christlicher Zeitrechnung wurde des 400. Todestages eines mutigen Philosophen und Weisen gedacht, der selbst noch auf dem Scheiterhaufen der Inquisition von der Einheit allen Seins überzeugt war. Filippo Bruno (besser bekannt unter seinem Ordensnamen Giordano Bruno) wurde damals verbrannt, weil sein Bild von der Schöpfung so umfassend war, dass es am Ende gar das hochheilige Lehrgebäude der christlichen Kirche hätte ins Wanken bringen können...
Aber Weisheit lässt sich nicht auf dem Scheiterhaufen verbrennen... sie ist ganz im Gegenteil mindestens so unsterblich wie gelehrte Dummheit - oder wie die fromme Beharrlichkeit, mit der uns durch die Jahrtausende hindurch jene immer gleichen Irrtümer vorgebetet werden, von denen uns Männer wie Galileo oder Giordano Bruno einst abzubringen suchten.
Möge das nachfolgende, im Geiste Giordano Brunos geführte Interview seinen bescheidenen Beitrag dazu leisten, einmal mehr unser Bewusstsein auf die Notwendigkeit unseres spirituellen Fortschritts inmitten aller uns umfangender theologischer Finsternis zu lenken.
(Neue Gesprächsauszüge / Stand 08.02.07)
Vom Glauben und vom Wissen B.F.: Zu Beginn gestatte mir, verehrter Giordano... Bruno: Bitte nenne mich nicht mit meinem Ordensnamen - ich bin kein Dominikaner mehr. Wenn ich an die geistige Enge jener Tage auch nur denke, krieg ich Pickel. Ich heiße Filippo Bruno. B.F.: Gern, Filippo. Übrigens... auch unsere gegenwärtige Zeit atmet nicht unbedingt den Geist der Glaubensfreiheit... Bruno: Ich weiß, ich weiß. Jede Zeit erschafft sich ihre eigenen Zwänge und Tabus. Das war nie anders. B.F.: Ich möchte ganz kurz auf deine Biografie zu sprechen kommen, wenn es dir recht ist... Bruno: Meinetwegen. B.F.: Du wurdest im Jahr 1548 in Nola, in der Nähe von Neapel geboren. Schon mit 15 bist du in den Dominikanerorden eingetreten... Bruno: Und zehn Jahre später war ich schon ein gesuchter Ketzer. B.F.: Was war geschehen? Bruno: Oh, eigentlich nichts weiter. Ich monierte nur das seltsame Paulus-Dogma von der Erlösung durch einen Erlöser Jesus Christus etwa, oder die Kruzifixanbetung oder die heidnische Magie im Gottesdienst... Dazu mag schweigen wer will; ich konnte es nicht - diese selbsternannten Diener Gottes mit ihren weltlichen Machtansprüchen und erfundenen Glaubenslehren erschienen mir zunehmend als Gehilfen Satans, des Herrn der Materie. B.F.: Und heute - wärest du in deinem Urteil noch immer so streng? Bruno: Heute betrachte ich derlei Irrtümer als trauriges Resultat mangelnden spirituellen Bewusstseins. B.F.: Dein Ketzertum bescherte dir ein ziemlich bewegtes Wanderleben - und Lehraufträge in halb Europa. In deinen Vorlesungen ging es um dein besonderes Weltbild, das sich deutlich von dem der Kirchenlehre und damit auch vom Verständnis deiner Zeitgenossen unterschied. - Woher nahmst du die Sicherheit deiner Weltsicht, hattest du einen starken Glauben? Bruno: Es gibt eine höhere Form des Glaubens - das Wissen. Um zum Wissen zu gelangen, muss man den Glauben überwinden. Doch das gelingt nur Wenigen - und Kleriker habe ich unter ihnen noch keine gefunden. Ich nenne diese Wenigen die Heroen des Geistes. Sie sind befähigt, die Menschheit bei der Entfaltung ihres Bewusstseinspotenzials voranzutreiben B.F.: Und dennoch finden deine Heroen kaum Anerkennung, wie mir scheint. Bruno: Wer sagt dir denn, dass allgemeines Ignorieren, Verspotten oder gar ein Tod auf dem Scheiterhaufen keine Form der Anerkennung sei? Diese Welt des frommen Glaubens ist eine gänzlich verkehrte - Wissen gilt als Unwissenheit und Lüge als Wahrheit. Aber das betrifft nicht nur die Lehren der Christen... B.F.: Ein strenges Urteil... Nach deinen vielen Aufgaben, Ehrungen und Abenteuern, die dich durch halb Europa führten, kehrtest du zurück nach Italien. Dort wurdest du an die Inquisition verraten und in Rom nach sieben Jahren Kerker zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Weshalb genau diese harte Strafe? Bruno: Ich habe mein Wissen nicht widerrufen. B.F.: Und warum nicht? Bruno: Das liegt in der Natur des Wissens. Man kann es glauben oder nicht, dass die Erde eine Scheibe sei. Aber wie kann man die Kugelform der Erde widerrufen? B.F.: Auf dem lodernden Scheiterhaufen - entschuldige bitte, ich mache es kurz - hielt man dir ein Kruzifix vor die Nase. Aber du habest dich von deinem Erlöser abgewandt, heißt es. Warum? Bruno: Ich wandte ich mich ab, weil ich diese dumpfe Geistlichkeit verachte, die das Kreuz so gründlich missversteht... ihr Kruzifix ist kein göttliches Symbol des Lichtes und des Lebens - sondern das Symbol der Folter, der Qual, des Todes und der spirituellen Finsternis. B.F.: Du meinst, die ehrwürdigen Begründer der christlichen Lehre hätten einst für ihren neuen Glauben ein unpassendes Symbol gewählt? Bruno: Sie haben den uralten heidnischen Wissenskern - das Kreuz - unter einer Schale "historischer" Begebenheiten um den "Erlöser" versteckt... und deren symbolische Bedeutung schon nach ein paar Jahrhunderten nur noch wörtlich verstanden. So wurde aus dem Menschen, dem ans Kreuz seiner physischen Existenz gebundenen Gottessohn, schließlich der gekreuzigte "einzige Sohn Gottes". Sancta simplicitas! B.F.: Aber wozu denn dieses Versteckspiel um die eigentliche Bedeutung des Kreuzes? Bruno: Die Priester aller Religionen hielten ihre Wissensperlen lieber geheim, als sie "den Säuen vorzuwerfen", die derlei nur achtlos in den Dreck treten. B.F.: Selbst auf die Gefahr hin, dass ihr verstecktes Wissen irgendwann verloren gehen könnte? Bruno: Dieses Risiko hat man wohl unterschätzt. Und nirgendwo bleibt verlorenes Wissen so unbemerkt wie in Glaubensdingen, wo erfundene Lehren von unerleuchteten Priestern zum Dogma erhoben werden. B.F.: Verstehe... Aber hatte nicht auch Jesus einen starken Glauben gefordert? Bruno: Nicht den Glauben an fromme Kirchenlehren... die gab es zu seiner Zeit ja noch gar nicht. Jesus forderte den Glauben an Erlösung durch Selbsterkenntnis. Das führt den Menschen zur Gottessohnschaft. Jesus sagte nicht: wer an mich als den einzigen Sohn Gottes glaubt, der wird zur Belohnung erlöst... derlei Lehren sind Sinnverdrehungen späterer Zeiten. B.F.: Aber wenigstens die Schriftgelehrten hätten doch diese alten symbolischen Botschaften - auch in späteren Jahrhunderten noch - verstehen müssen. Bruno: Schriftgelehrte sind keine Eingeweihte. Sie zitieren und kommentieren seit jeher nur, was schon frühere Generationen von Gelehrten zitierten und kommentierten... und so türmen sie Irrtümer auf Irrtümer. Theologen verstehen ihre heiligen Bücher inzwischen als Beschreibungen historischer Begebenheiten. Sie können nicht unterscheiden zwischen ideal und real, zwischen Innen und Außen. B.F.: Wie meinst du das? Bruno: Idee und Wirklichkeit, Innen und Außen, sind Entsprechungen für das Horizontal und Vertikal des Kreuzes - und die stehen für die beiden Bewusstseins-Stufen des menschlichen Geistes... Im heidnischen Kreuz verbirgt sich ein sehr tiefgründiges Schöpfungsgeheimnis, der Schlüssel zum Ewigen Leben. Die alten Kabbalisten gaben ihm den Vierbuchstaben-Namen JHVH oder Jahve. Die Christen machten aus dieser Vierheit ihr schreckliches Mord- und Folterwerkzeug, das sie Kruzifix nennen. B.F.: Verstehe... Bitte sage mir, lieber Giordano - Pardon - Filippo, gibt es für dich inzwischen - seit deinem letzten irdischen Aufenthalt - auch neue Erkenntnisse, hast du gar frühere Irrtümer in deiner Lehre bemerkt? Bruno: Damals verstand ich noch nicht die drei Dimensionen des menschlichen Bewusstseins auseinander zu halten. Sonst hätte ich wohl diese oder jene meiner einstigen Schriften heute anders - oder gar nicht mehr - abgefasst... Wir müssen uns das Bewusstsein nämlich als dreidimensional denken, so wie man sich einen Raum als dreidimensional denkt; erst dann bewegen wir uns voran in unserem Weltverständnis... dreidimensional - wie Raum oder Zeit. B.F.: Willst du damit sagen, die Zeit ist dreidimensional? Für Einstein ist sie eindimensional, die vierte Dimension des Raumes. Bruno: Einstein hat das Mysterium Zeit nicht verstanden. Zeit ist der geistige Aspekt des materiellen Universums - so wie der Raum dessen physikalischer Aspekt ist. Man muss also auch die drei Dimensionen der Zeit zur Kenntnis nehmen. Und die heißen nun mal Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. B.F.: Und um was für drei Dimensionen handelt es sich denn beim Bewusstsein? Bruno: Sagen wir, es sind die drei Evolutionsstufen in der Entfaltung des Menschengeistes. B.F.: Es gibt auch eine Evolution des Geistes? Bruno: Geist und Materie - alles ist in ständiger Evolution begriffen... entfaltet sich, verwandelt sich in sein Gegenteil und so fort... Jedenfalls, die Erste Dimension unseres Bewusstseins entspricht dem geistigen Erwachen der Menschheit in der Welt von Gut und Böse, wo alles polarisiert ist. Das ist die Erkenntnisstufe unserer Rationalisten. Die Zweite Dimension erweitert diese Weltsicht um die Erkenntnis der Existenz von Gott und der Welt - oder von Geist und Materie... das eine bringt das andere hervor. Hier ist eine Vorhut der gegenwärtigen Menschheit inzwischen angelangt. Die Dritte Dimension schließlich setzt die wahrgenommene Welt in Beziehung zu ihrem jeweiligen Betrachter - und verbindet alles zu der Vollkommenen Einheit eines "ICH BIN". B.F.: Alles klar. Vielleicht finden wir später noch ein wenig Gelegenheit, näher darauf einzugehen, wenn du gestattest. Was mich im Augenblick noch interessiert - welchen Stellenwert hat für dich - aus heutiger Sicht - deine Verurteilung durch das einstige Inquisitionstribunal? Hast du diesen eifrigen Glaubenhütern inzwischen verziehen? Bruno: Aber ja - mehr war von denen doch nicht zu erwarten... wenn es mir auch immer noch seltsam genug erscheint, dass sich die Begrenztheit menschlichen Geistes ausgerechnet als Unbegrenztheit des frommen Glaubens manifestiert. B.F.: Gibt es für dich demnach eine Antwort auf die metaphysische Frage nach der Einen Wahrheit jenseits des Glaubens? Und wenn ja - findet der Philosoph in dir darauf eine andere Antwort als der Mystiker? Bruno: Oh ja, diese Antworten unterscheiden sich zwangsläufig. Denn Philosophie und Mystik vertreten jeweils immer nur halbe Wahrheiten, nämlich deren materiellen oder den spirituellen Aspekt. Ein Philosoph ist eher ein Flachdenker, d.h. sein Denken ist "horizontal" ausgerichtet: ihm muss eine These rational beweisbar sein wie die eines Wissenschaftlers. Der Mystiker denkt "vertikal"; ihm geht es um die Frage nach der Stellung des Menschen zu seinem Gott. Dabei vernachlässigt er aber "horizontale" Kriterien wie "logisch/unlogisch", "bewiesen/unbewiesen" usw. Denk nur an diesen albernen Streit zwischen Darwinisten und Creationisten mit ihren jeweils halben Wahrheiten. B.F.: Demnach wird man niemals andere als halbe Wahrheiten erkennen? Bruno: Der "ganzen Wahrheit" am nächsten kommt, wer beide Richtungen in seinem Denken vereint, horizontal wie vertikal - und das Resultat drittens in Beziehung setzt zu seinem subjektiven Bewusstseinsstand: er muss also "dreidimensional" zu denken lernen. Sobald ihm das gelingt, entdeckt er, wie du es nennst, die "Eine Wahrheit" - und damit den einzigen Sinn seines Lebens. B.F.: Entschuldige bitte... was hat das Erkennen der Wahrheit mit dem Sinn meines Lebens zu tun? Bruno: Das eine ist die Erfüllung des anderen. So wie am Ende eines nächtlichen Traums das morgendliche Erwachen steht, so endet der Traum all unserer Erdenleben schließlich mit unserem spirituellen Erwachen...
Vom Bewusstsein B.F.: Du sagst, die heutige Menschheit befinde sich noch immer auf der untersten Bewusstseinsstufe, der "1. Dimension" - und nur eine Vorhut habe bereits die nächst höhere Ebene erreicht, wo man die Beschaffenheit der Welt als gleichermaßen materiell wie geistig wahrnimmt. Bruno: Das ist richtig. B.F.: Aber nach deiner Ansicht sind Materie und Geist doch Gegensätze - und Gegensätze, so habe ich dich verstanden, gehören der untersten Bewusstseinsstufe, der "1. Dimension" an. Bruno: Alle drei Dimensionen sind jeweils in sich polarisiert, vereinigen in sich Gegensätze. Aber Geist und Materie werden in der 1. Dimension einseitig aus der Sicht der Materie wahrgenommen: wir betrachten uns als Bewohner eines materiellen Universums. Unser Bewusstsein ist einseitig zu Gunsten der physikalischen Erscheinungen der Welt polarisiert. Erst wenn wir Materie und Geist als gleichwertig bzw. identisch erkennen, erreichen wir die 2. Dimension. B.F.: Wenn Materie und Geist identisch sind, kann es in der 2. Dimension ja eigentlich keinen polaren Gegensatz mehr geben. Bruno: Doch, schon. Nur - dieser Gegensatz der 2. Dimension ist nicht mehr der von gut und böse, yin und yang, links und rechts, sondern der von "oben und unten" - das Oben bringt das Unten hervor, Geist erschafft die Materie, der Schöpfer bedingt die Schöpfung, Gott erschafft den Menschen... Aus dem "Links und Rechts" gemeinsam mit dem "Oben und Unten" von 1. und 2. Dimension entsteht das Heidnische Kreuz - als eine Verbindung aus rationaler und spiritueller Welterkenntnis. B.F.: Ich verstehe - dennoch erscheint es mir schwer verständlich, warum uns der Schritt in diese 2. Bewusstseinsdimension immer noch nicht gelingen sollte. Was hindert uns daran? Bruno: Unser Verstand. Er hält sich für das Maß aller Dinge. Für ihn sind "rational" und "real" synonym - ebenso wie "irrational und "irreal". Warum wohl hat unsere Wissenschaft ihre Schwierigkeiten damit, Disziplinen wie etwa die Homöopathie, die Psychoanalyse oder die Astrologie anzuerkennen? Oder das Prinzip der Zeit zu verstehen? B.F.: Wissenschaftler sind Rationalisten. Bruno: Eben. Sie kleben einseitig am materiellen Pol der untersten Bewusstseins-Dimension... und wir verehren sie in unserer Wissenschaftsgläubigkeit wie Hohepriester der Wahrheit und Erkenntnis. B.F.: Aber wenigstens unsere Theologen haben diese 2. Dimension des Bewusstseins erreicht? Bruno: Woher denn! Schau sie dir nur an, wie sie untereinander streiten um den "wahren Glauben"... um Macht und Einfluss... Oder nimm ihre steinzeitlichen Rechtsvorstellungen oder ihre chauvinistischen Morallehren, die sie als Gottes Wille ausgeben... sie glauben nämlich, ihr Gott sei ohne ihr Zutun nicht in der Lage, die Welt so zu gestalten, wie Er sie eigentlich haben möchte! B.F.: Was predigt denn ein Theologe, wenn er die 2. Dimension erreicht hat? Bruno: Ein Vertreter des Zweidimensionalen Bewusstseins wird ebenso wenig zum Prediger wie ein Professor zum Vorschulerzieher. B.F.: Wie das? Bruno: Weil er erkennt, dass alles - so wie es ist - von Gott erschaffen ist. Und somit ist es gut... Zum anderen, weil die Welt, in der wir leben, nicht nur eine physisch-materielle ist sondern auch eine symbolisch-geistige. Das heißt, dass alle äußere Realität zusätzlich auch eine innere Wirklichkeit besitzt. Etwa der Ort, wo du zur Welt kommst, ob in friedlichen oder kriegerischen Zeiten... ob du ums nackte Überleben oder um geistige Erkenntnis ringst, ob du liebst oder hasst - all das hat auch seinen symbolisch-geistigen Aspekt, ist Ausdruck deines individuellen Bewusstseinsstandes. Aber Bewusstsein kann ich dir nicht predigen. Du musst es dir mühsam selbst erarbeiten. B.F.: Wenn Sein und Bewusstsein das selbe sind, wäre aus deiner Sicht ein steinreicher Mann doch automatisch auch mit grenzenlosem Bewusstsein gesegnet. Bruno: Aber ich bitte dich! Ein steinreicher Mann befindet sich ebenso in einem Extrem wie ein Bettler. Aber jedes Extrem bedeutet eine Unausgewogenheit, im Sein wie im Bewusstsein. Und nur ein ausbalanciertes Bewusstsein ist in der Lage, sich der nächst höheren Dimension zu öffnen. Reichtum ist also ebenso hinderlich wie Armut. Andererseits - was du dir in diesem Leben erarbeitest, bestimmt die Qualität des nächsten Lebens. So ist es auch mit dem Glauben. Nimm nur jene Wüsten-Stämme des Vorderen Orients, die sich schon seit Jahrtausenden in tiefster Armut und Unwissenheit gegenseitig hassen und bekriegen... Sie ernten heute, was sie in früheren Leben gesät haben, und sie werden morgen ernten, was sie heute säen. Die engen Grenzen, die ihnen gesetzt sind, sind quasi der Wille ihres Gottes, dem sie zu dienen glauben, den sie in Wahrheit aber bekämpfen. Dieser Teufelskreis aus Unwissenheit und Schuld ist ein anschauliches Beispiel für die Verbindung zwischen realem Leben und symbolischer Bedeutung, zwischen Sein und Bewusstsein. B.F.: Vorausgesetzt, es sind immer die selben Unbelehrbaren, die in immer neuen Leben ihre immer gleichen Fehler wiederholen... Bruno: Das zu begreifen ist bereits Bestandteil des Bewusstseins der 2. Dimension. Um also auf deine Frage zurückzukommen, weshalb es uns so schwer wird, diese höhere Dimension zu erreichen - wir müssen dazu eine entscheidende Grenze überwinden.. nämlich die zwischen materieller und spiritueller Realität - Geist lässt sich nur durch Geist erkennen. B.F.: Was meinst du damit? Bruno: Sagen wir, der Astronom muss zum Astrologen werden, der Mediziner zum Geistheiler, der Physiker zum Metaphysiker... B.F.: Und wie schafft er das? Bruno: Es genügt eine angemessene Form von Selbsterkenntnis. Es genügt, unseren Geist - den kollektiven wie den individuellen - als den eigentlichen Gestalter unserer jeweiligen Wirklichkeit wahrzunehmen. B.F.: Du sprichst jetzt von keinem Schöpfergeist, Gott oder sonstigem Überwesen sondern vom Menschen? Bruno: Ich spreche von Selbsterkenntnis. Ich spreche von dem Wissen, das sich hinter der Verehrung des heidnischen Kreuzes verbirgt - ehe es zum Kruzifix umfunktioniert wurde... B.F.: Es heißt übrigens, diese Heilige Vierheit des Kreuzes habe sich auch in unseren Kartenspielen erhalten, als König, Königin, Ritter und Knappe, oder als Herz, Karo, Pik und Kreuz... Bruno: ...oder Stäbe, Münzen, Schwerter und Kelche. Das ist richtig. Man könnte also durchaus auch vor so einem Kartenspiel niederknien oder sich bekreuzigen, fromme Lieder singen und anbetend die Hände falten. Aber das ist natürlich ebenso hilfreich wie das Warten auf einen Messias oder Erlöser in der realen Welt. Solche Glaubens-Rituale haben allenfalls den Sinn, die noch immer in Tiefschlaf befangene Menschheit daran zu erinnern, sich irgendwann der Notwendigkeit ihres spirituellen Erwachens zuzuwenden. B.F.: Aber die Christen beten ja weniger das Kreuz an als vielmehr ihren Erlöser. Bruno: Deswegen sage ich ja, die Leute träumen. Wären sie wach, bräuchten sie keinen Erlöser und könnten auch verstehen, dass kein Gekreuzigter sondern das Kreuz - das Wissen - die Erlösung bringt. Ohne Wissen keine Erlösung. Darum ist das Kreuz der Schlüssel zur Wahrheit. B.F.: Und was bitte ist die Wahrheit? Bruno: Die Wahrheit ist abhängig von der Bewusstseinsstufe, von der aus wir sie betrachten. Darum ist beispielsweise das Christentum - wie jede der monotheistischen Glaubenslehren - sowohl ein Licht in der Finsternis als auch ein spiritueller Kindergarten. Beides ist wahr. B.F.: Was also ist falsch am Monotheismus? Bruno: Nichts ist falsch. Er wird nur falsch verstanden. In unserer polarisierten Welt der Gegensätze wird der Eine Gott - durch die jüdische, christliche oder islamische Brille betrachtet - zu einem fernen, unbegreiflichen Übervater jenseits aller Erreichbarkeit für die Sorgen und Nöte seiner notleidenden Geschöpfe. Hier die verdorbene Welt - dort der liebende oder zürnende oder hilflos zuschauende Allmächtige, je nach Bedarf... das Bewusstsein der 1. Dimension ist gänzlich ungeeignet zu einem angemessenen Weltverständnis. B.F.: Dennoch ist es das am weitesten verbreitete. Macht das einen Sinn? Bruno: Nur wenn wir Bewusstsein als einen dynamischen Prozess betrachten, als einen Weg, als eine Treppe, die viele Stufen umfasst. B.F.: Ein Weg woher und wohin? Bruno: Ein Weg der Evolution - von der Materie zum erkennenden Bewusstsein... vom Mineral zur Pflanze, von der Pflanze zum Tier, vom Tier zum Menschen, vom Menschen zum erschaffenden Geist. Der Geist ist für den Menschen das Evolutionsziel - so wie für das Tier der Mensch das Entwicklungsziel ist. Unser Problem ist, wir Menschen können unser Evolutionsziel nicht sehen, es befindet sich jenseits unserer sinnlichen Wahrnehmung - was aber unsere spirituelle Trägheit keinesfalls entschuldigt. B.F.: Verstehe. Und der Geist hat - außer der Evolution - kein anderes Ziel? Bruno: Der Geist ist schöpferisch; er erschafft neue "materielle" Wirklichkeiten... und ein neuer Zyklus beginnt - wenn auch auf einer höheren Oktave. - Man könnte auch sagen, unerschaffener Geist schafft erschaffenden Geist, damit das Erschaffene das Unerschaffene erkennen lerne. Geist ist in ständiger Bewegung. Evolution ist Schwingung, Vibration oder Klang, gewissermaßen. B.F.: Und wo in diesem Schaffensprozess befinden wir uns derzeit, bitteschön? Bruno: Irgendwo - was spielt das für eine Rolle? Wir sind sowohl Traum als auch Träumer. Über uns und unter uns gibt es ungezählte Oktaven oder Klänge oder Universen - oder Schwingungen, Frequenzen... ich darf zitieren: am Anfang war das "Wort".
Von der Selbsterkenntnis B.F.: Nun habe ich von dir schon so viel Unbekanntes - oder soll ich sagen Unchristliches - über die verborgenen Dimensionen des Kreuzes gehört - und wir haben dabei weder Gott noch die Welt geschont - dass mir deine Dritte Dimension eigentlich kaum noch Überraschendes bieten dürfte... Oder was gäbe es noch Bedeutsames jenseits von Gott und der Welt? Bruno: Die Selbsterkenntnis. Denn der Grad deiner Selbsterkenntnis ist es, der dir deine Sicht auf Gott und die Welt vermittelt. B.F.: Meine Selbsterkenntnis? Wie das? Bruno: Nun ja, schließlich bist du ein Bestandteil der erschaffenen Welt. Wie willst du die Welt verstehen lernen, ohne dich selber zu verstehen? - Der Mensch zu Beginn des Wassermann-Zeitalters hat noch nicht viel über sich - und damit über die Welt - erkannt. B.F.: Erste Bewusstseins-Dimension - hab schon verstanden. Aber was an mir habe ich noch nicht erkannt? Oder anders gefragt - ist Selbsterkenntnis etwa auch polarisiert? Und wenn ja, wie heißen die Polaritäten in dieser Bewusstseins-Dimension? Bruno: Oh, wir haben sie schon erwähnt. Beispielsweise Gott und Welt, Geist und Materie... B.F.: Aber Geist und Materie sind ja auch schon Themen der 1. und 2. Dimension. Wo bleibt denn da noch Platz für die Selbsterkenntnis? Bruno: Sagen wir so: in der untersten Dimension ist Geist eigentlich kein Thema, denn dort regiert der Verstand. Der Verstand ist rational, der Geist dagegen ist irrational, nicht beweisbar. Die Weltsicht dieser 1. Bewusstseins-Stufe ist auf die "Realität" beschränkt, auf alles, was sich mit den fünf Sinnen und dem Verstand erfassen lässt. Hier sind die Wissenschaftler die Götter. - Das Besondere an der nächst höheren Bewusstseins-Dimension ist nun, dass sie die gegensätzlichen Polaritäten der untersten Ebene jeweils vereint zu einem größeren Ganzen. Ein Beispiel: Mann und Frau, als Gegensätze der 1. Dimension, werden in der 2. Bewusstseins-Dimension zu dem Geschöpf, das hier als negativer Pol seinem Schöpfer, als dem positiven Pol, gegenübersteht... Oder ein anderes Beispiel: Tag und Nacht sind unvereinbare Gegensätze der 1. Dimension. Aber in der nächst höheren Ebene unseres Bewusstseins steht ihr ständiger Wechsel der strahlenden Ewigkeit des Fixsterns Sonne gegenüber; Wechsel und Dauer werden also zum Thema dieser höheren Seins-Ebene. Mit anderen Worten: dem "Tag und Nacht" der unteren Bewusstseinsstufe entsprechen die Gesetze der Himmelsmechanik auf einer höheren Betrachtungs-Ebene... B.F.: Aber ist es denn schon ein Zeichen von höherem Bewusstsein, wenn die Wissenschaftler die Himmelsmechanik als Ursache für Tag und Nacht erklären können? Bruno: Natürlich nicht. Denn sowohl der Wechsel von Tag und Nacht wie auch die Besonderheiten der Himmelsmechanik gehören gleichberechtigt ein und der selben Wirklichkeit an - der Welt der erschaffenen Dinge bzw. der materiellen Wirklichkeit. In die 2. Bewusstseinsdimension gelangt man erst, wenn man die Gesamtheit der erschaffenen Welt wahrnimmt als den negativen Pol einer übergeordneten, positiven Ursache - nenne sie Geist oder Schöpfergottheit oder Allah oder wie auch immer. Ich wollte dir nur das Prinzip des "Aufwärts" verdeutlichen. Es ist - als Fusion - überall in unserem Leben in Tätigkeit...in der Liebe, in der Physik, der Wirtschaft, der Politik, in den Glaubenslehren. B.F.: Also wären die Globalisierung oder die Fusionitis in den Manager-Etagen als ein "aufwärts" genau der richtige Weg? Bruno: Nein, denn aus der 3. Dimension betrachtet ist dieses "aufwärts" immer nur ein "rechts" oder "links", oder ein "vor oder zurück" innerhalb der beiden unteren Seins-Dimensionen - dem "Kreuz der Welt". Und derlei Bewegungen dienen allenfalls - wie auch die Spaltung oder Teilung - der festeren Bindung des Bewusstseins an die materielle Welt, an das Fundament der Pyramide... Polarisierung, Spaltung und Teilung, alles teuflische Produkte des Unfriedens und der spirituellen Finsternis... B.F.: Demnach dürften wir in unserem Leben weder ein rechts noch ein links wollen, weil das zu einer Spaltung führt? Bruno: Das wäre der Idealfall. Aber das ist praktisch unmöglich. Dennoch galt dieses Nicht-Tun, das Nicht-Eingreifen in den Lauf der Dinge im alten China als ein Ausdruck höchster Weisheit. B.F.: Verstehe... Was wäre denn nach diesem System der Bewusstseins-Dimensionen die Ursache des oberen Pols, wenn dieser bereits als Geist betrachtet wird? Oder sagen wir...was ist die Ursache des Geistes - oder Gottes? Bruno: Das könntest du dir inzwischen schon selber beantworten. B.F.: Hilf mir. Bruno: Wir wollen eine höhere Bewusstseinsstufe erreichen, als die der Monotheisten, für die ja ihr Schöpfer das höchste Wesen darstellt. Stimmt's? B.F.: Stimmt. Bruno: Also müssen wir gemäß unserem Kreuz-Schlüssel zunächst den Schöpfer und seine Schöpfung zu einer Einheit zusammenfassen, die wir als ein rationales Konstrukt betrachten und es das "Erschaffene" nennen. Denn auch ein höchstes Wesen ist ein - im Menschengeist - erschaffenes Wesen. Andernfalls könnten wir nichts über Jahve, Allah und den Dreieinigen Gott, deren Willen, ihre Absichten, ihre Ge- und Verbote und dergleichen wissen. Dem Erschaffenen - bestehend aus Geschöpf und Schöpfer - muss nun wiederum etwas gegenüberstehen, was das Erschaffene hervorbringt. Nennen wir dieses Höhere Gegenüber das "Unerschaffene". Folglich lautet die Antwort auf deine Frage nach der Ursache eines Schöpfergottes... B.F.: ...das Unerschaffene. Das Unerschaffene ist die unerkennbare Ursache für Götter und Menschen. Korrekt? - Aber was kann man sich unter dem "Unerschaffenen" denn noch vorstellen? Bruno: Nichts. Darum nannten es die alten Kabbalisten das unerschaffene "Grenzenlose Licht". B.F.: Und dieses Grenzenlose Licht muss man sich als die Spitze deiner Pyramide des Bewusstseins denken? Bruno: Die Bewusstseins-Pyramide zählt ja bereits zu den erschaffenen Dingen. Ihre Ursache liegt also demnach außerhalb dessen, was wir je in Denkmodellen werden erfassen können. B.F.: Also haben die Monotheisten ziemlich schräge Vorstellungen von ihrem jeweiligen einzigen Gott? Bruno: In der Tat. Wir müssen uns diese traditionellen Glaubenslehren als einen Ausdruck der spirituellen Kindheit der Menschheit denken. Denn von der untersten Bewusstseins-Dimension aus kann man die Lehre von dem Einen Gott nur falsch verstehen - weil wir nämlich vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" gegessen haben. B.F.: Verstehe. Jetzt weiß ich also alles über Gott, aber wer bin ich - deinem Denkmodell zufolge? Bin ich niemand? Bruno: Nur solange du an das Kreuz der Welt gefesselt bist. Selbsterkenntnis beginnt erst in der 3. Dimension der Bewusstseins-Pyramide. Die 3. Dimension komplettiert die 1. und 2. Dimension, das heidnische Kreuz also, zu einer Einheit - so wie sich die Höhe einer Pyramide mit deren Fundament aus Breite und Tiefe zu einem räumlichen Ganzen verbindet. In der 3. Dimension spricht Gott - am oberen Ende der Leiter - zu dem träumenden Jakob am Fuße der Leiter. Und die Engel steigen auf und nieder. B.F.: Und was bedeuten diese Engel? Bruno: Sie verkörpern die unterschiedlichen Bewusstseins-Höhen, die zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer möglich sind, oder zwischen dem Sein und Nichtsein, zwischen Materie und Geist - und zwar nach dem Grad der Identifikation zwischen Objekt und Subjekt. In der 1. und der 2. Bewusstseins-Dimension sind wir an das "Kreuz der Welt" gebunden. Erst wenn wir die 3. Dimension betreten, gelingt uns die Befreiung. B.F.: Gibt es aus deinen Erkenntnissen irgendwelche Schlussfolgerungen, Ratschläge oder Lehren für uns, die wir noch immer in der Finsternis der 1. Dimension herumstolpern? Bruno: Nein. Alles ist - so wie es ist - vollkommen. B.F.: Und was ist mit all dem Unvollkommenen? Mit all dem Leiden der Menschen, der Tiere, der Natur? Bruno: Wir sollten uns Vollkommenheit nicht als einen statischen Zustand ewiger Glückseligkeit denken sondern als einen fortlaufenden Prozess, der uns von weniger zu mehr Vollkommenheit führt. Wir können Vollkommenheit nur wahrnehmen, wenn wir auch "Unvollkommenheit" kennen. Die Polarität zwischen Unvollkommenheit und Vollkommenheit erzeugt jene Spannung, die ich als "absolute Vollkommenheit" bezeichne. Diese "absolute Vollkommenheit" bedeutet: nichts in der Schöpfung ist statisch, alles ist im Werden, alles ist in Bewegung, vom Dunkel ins Licht, von der Materie zum Geist, vom Unten zum Oben. B.F.: Demnach wäre also beispielsweise das übliche Chaos aus Krieg, Mord und Totschlag im Vorderen Orient in Wirklichkeit ganz in Ordnung, weil es eine Entwicklung darstellt - vom Unten zum Oben? Bruno: Ich würde eher sagen "vom Bauch zum Kopf". Wer mit dem Bauch denkt, kann keine klaren Gedanken fassen. Niedere Emotionen entstehen nicht im Kopf. Erst wer mit dem Kopf denken kann, der erkennt, dass Gewalt stets Gegengewalt erzeugt. Hass ist geistige Zerstörung, Zerstörung ist materialisierter Hass. Der Frieden im Nahen Osten fängt in den Köpfen dieser Menschen an - sobald sie dazu bereit sind. B.F.: Aber bedeutet das nicht schon wieder eine Einseitigkeit, wenn man das Fühlen zugunsten des Denkens aufgibt? Bruno: Du hast mich nicht verstanden, mein Freund. Fühlen und Denken sind Polaritäten der 1. Dimension. Wer aufsteigen will in die nächst höhere Ebene, der muss zunächst einmal die Mitte finden zwischen den Extremen seiner eigenen Bewusstseins-Stufe. Denn nur in der Mitte kreuzt oder berührt diese niedrige Seinsstufe die nächst höhere. Es ist eine Besonderheit des metaphysischen Kreuzes, dass sich dessen beide Arme nur an einem einzigen Punkt berühren, den es zu treffen gilt, soll der Aufstieg gelingen. Darum muss auch, wer irgendwann einmal das Kreuz überwinden und zur Selbsterkenntnis gelangen möchte, die einseitige Position, wie sie die "Monotheisten" predigen, hinter sich lassen. Denn auch die 3. Bewusstseinsdimension berührt das "Kreuz der Welt" nur an einem einzigen Punkt, den man nicht verfehlen sollte, will man nicht etwa im geistigen Nirgendwo oder im Wahnsinn enden. B.F.: Aber das wäre dann ja auch egal, weil du ja sagst, alles - so wie es ist - sei vollkommen. Bruno: Du begehst mit deiner Argumentation den typischen Fehler der 1. Erkenntnis-Stufe - deine Bewusstseins-Pyramide hat die Höhe null. Das bedeutet, je dichter wir mit der Nase am Boden durch die Welt stolpern, um so unübersichtlicher, chaotischer, schrecklicher und unvollkommener erscheint sie uns - wir nehmen nur das Fundament wahr, das Kreuz. Je höher hinauf wir uns begeben, desto weiter wird unser Blick - und um so vollkommener in ihrer erhabenen Schönheit wird die Pyramide. B.F.: Du meinst, je genauer ich mich selbst betrachte, desto hässlicher bin ich - und je weniger genau ich hinschaue, um so edler und schöner werde ich? Bruno: Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der Mensch ist deshalb so unvollkommen, weil er einfach nicht genau genug hinschaut. Würden wir alle soviel Zeit für unsere spirituelle Selbsterkenntnis aufwenden wie für unser weltliches Wohlergehen, wir würden in einer gerechteren Welt - mit weniger Hunger und mit weniger Kriegen - leben können. B.F.: Aber jetzt widersprichst du dir doch schon wieder. Sagtest du nicht eben, alles wie es ist, sei gut? Bruno: Noch einmal - die Welt nach den Kriterien von gut und böse zu betrachten ist zu einseitig. Der Satz von der Vollkommenheit der Schöpfung hat seine Gültigkeit nur, wenn wir die Welt aus der Königskammer der Bewusstseins-Pyramide heraus betrachten. Solange wir aber - mit der Nase im Wüstensand - immer im Kreis um die Pyramide herumstolpern, solange erscheint uns diese Welt als unvollkommen und grausam - als eine Strafe für unseren "Ungehorsam damals im Paradies". Stand: Februar 2007
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