Um das umfassende Prinzip des Dreidimensionalen (3D-) Bewusstseins besser verstehen zu können, soll hier zunächst das längst vergessene Wissen um das heidnische Kreuz wieder hergestellt werden. Das kann uns helfen, Sinn und Unsinn permanenter Gelehrten-Streitigkeiten und Glaubenskriege besser einzuordnen.
Das Kreuz (nicht zu verwechseln mit dem christlichen Kruzifix!) ist ein metaphysisches Symbol für das Ur-Prinzip, welches der materiellen Welt zugrunde liegt.
Das Kreuz umfasst zwei unterschiedliche Seins-Prinzipien - symbolisiert als "Vertikal" und "Horizontal" - die sich gegenseitig durchdringen, sei es als Geist und Materie, als Raum und Zeit, als Sein und Bewusstsein... je nach dem Gegenstand unserer Betrachtung.
Es ist der Geist - oder Gott - dieses Kreuzes, den die altorientalischen Glaubenslehren verehren: die Juden als eine Vierheit (JHVH oder Jahve), die Christen als eine Dreiheit (Dreifaltigkeit) und die Moslems als eine Einheit (Allah).
Hier nun die Entsprechungen für das "Horizontal" und "Vertikal" des Kreuzes - für die beiden unteren Dimensionen des im Menschen angelegten, alles umfassenden dreidimensionalen Bewusstseins-Potentials:
Die Erste Bewusstseins-Dimension ist die der vorgeschichtlichen Menschheit - "Adam und Eva" nach ihrer Vertreibung aus dem Paradies. Diese Ur-Menschheit nahm (und nimmt noch heute) ihre Existenz wahr als eingebunden in lauter polarisierte Spannungsfelder: Gut und Böse, Gebot und Verbot, Strafe und Belohnung, Stärke und Schwäche, Mann und Frau, Ursache und Wirkung usw..
Die Erste Dimension entfaltet ihr Erkenntnis-Potential auf ein und der selben Seins-Ebene: Gut und Böse, Richtig und Falsch sind uns durch unser Tun und Lassen einsehbar; Mann und Frau begegnen sich innerhalb der selben Realität. Abstrakte Begriffe wie Geist oder Gott waren (und sind) Merkmale des verlorenen Paradieses und somit des fernen, positiven Gegenpols zu der eigenen negativen Existenz in Finsternis und Verdammnis.
Die Zweite Dimension des metaphysischen Kreuzes setzt bereits ein fortgeschrittenes Bewusstsein des Menschen voraus - das Leben in Finsternis und Verdammnis hatte (und hat) zweifellos auch seine guten Seiten. Aber wenn die irdische Schöpfung gut war, so konnte doch deren göttlicher Schöpfer unmöglich böse sein... Das Eindimensionale Bewusstsein reichte nicht mehr aus... eine neue Erkenntnisebene tat sich auf.
War die Erste Bewusstseins-Dimension HORIZONTAL polarisiert zwischen links und rechts, Yin und Yang, gut und böse, so erkannte man diese Zweite Dimension nun als VERTIKAL polarisiert, indem sie das Oben mit dem Unten verband, den Himmel mit der Erde, den Schöpfer mit seiner Schöpfung. Denn in der Vertikalen erzeugt (gebiert, verursacht etc.) der Obere Pol den Unteren Pol; die Obere Seinsebene bedingt die darunter befindliche.
Horizontal und Vertikal - jeweils in sich polarisiert - erzeugen so gemeinsam jene Dynamik, innerhalb derer sich alles schöpferische Potential verwirklicht, sich entfaltet und wieder vergeht. Mit dieser Erkenntnis war die Verehrung des gleicharmigen Kreuzes geboren - als ein heiliges Symbol göttlicher Allmacht und Allgegenwart, als metaphysischer Schlüssel zu den Geheimnissen der Schöpfung.
Die Metaphysik dieses "heidnischen" Kreuzes hatte ihre Gültigkeit in allen Seinsbereichen, waren diese nun geistig oder materiell. Ein Beispiel auf materieller Ebene:
VERTIKAL: Eltern ("oben") erzeugen Kinder ("unten")
HORIZONTAL: zu diesem Zweck müssen Eltern sich polarisieren in Männer ("rechts") und Frauen ("links").
Ein Beispiel auf geistiger Ebene:
VERTIKAL: Gott ("oben") erschafft die Welt ("unten")
HORIZONTAL: zu diesem Zweck muss Gott sich polarisieren in Geist ("rechts") und Materie ("links").
Auch den alttestamentlichen "Baum des Lebens" haben wir bereits als einen Schlüssel zum Verständnis der metaphysischen Schöpfungsgeheimnisse kennen gelernt (siehe unter BIBEL). Er ist - wie das heidnische Kreuz - in sich polarisiert in ein Vertikal und ein Horizontal. Aber welcher der beiden Schlüssel ist nun der richtige, Baum oder Kreuz? Beide "passen" - wir können uns das heidnische Kreuz als einen stark vereinfachten, "abgespeckten" kabbalistischen Lebensbaum denken.
Als vor bald 2000 Jahren die von dem längst verstorbenen Wanderprediger Jesus inspirierten Juden ihre neue christliche Lehre um den Messias und einzigen Sohn Gottes begründeten, wählten sie symbolische Kreuz-Geschichten für ihr "neues Testament" - so wie das "alte Testament" die Lehren um den Baum des Lebens in die "historischen Begebenheiten" um die Wanderungen des jüdischen Volkes ins gelobte Land kleidete.
Um dabei ihr spirituelles, d.h metaphysisches Wissensmonopol sicherzustellen, wurden von den Christen (unter Kaiser Konstantin) alle alten heidnischen und jüdisch-kabbalistischen Lehren systematisch ausgelöscht, ganze Bibliotheken rücksichtslos verbrannt; die Kabbala (und damit der Baum des Lebens) wurde über 1000 Jahre lang nur noch mündlich überliefert.
Inzwischen hat das Christentum die verklausulierten Lehren hinter Vierheit und Kreuz längst vergessen - so wie die Juden ihre Kabbala vergaßen, die - zusammen mit der Thora - zu bewahren sie einst zum auserwählten Volk machte. Die symbolischen Erzählungen des Alten wie des Neuen Testaments werden heute nur noch wörtlich bzw. historisch verstanden - und das metaphysische Wissen ist schlichtem Glauben gewichen...
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Stand: August 2005