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Jakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend
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Tarock-OrakelJakobs Leiter - Bewusstsein im Dritten Jahrtausend

Monotheismus des Wassermannzeitalters


Im folgenden soll die Option eines "gelenkten Monotheismus" aus der Sicht des 3D-Bewusstseins (siehe auch PYRAMIDE) skizziert werden. Ein solches Unterfangen mag uns zunächst als mehr oder weniger realitätsfern erscheinen. - Und in der Tat, es gibt eine konkretere Form des zukünftigen Ein-Gott-Glaubens: die Islamisierung des Abendlandes innerhalb weniger Jahrzehnte.



kleiner Baum


Drei Lehren - ein Gott?

Ich bin mir dessen bewusst, dass vieles auf dieser Website dem Leser als zu irrational, zu mystisch oder zu metaphysisch erscheint.
Dennoch möchte ich die Geduldigen, die mir bis hierher zu folgen bereit waren, dazu ermuntern, mit mir gemeinsam noch einen weiteren Schritt zu tun - nämlich einen kurzen Ausblick zu wagen auf einen friedlicheren Monotheismus des Wassermann-Zeitalters.

Halten wir darum zunächst fest: Wir leben in der Gefangenschaft der ewigen Kreisläufe aus Schuld und Sühne, aus Tod und Wiedergeburt. Doch der verborgene Sinn dahinter liegt nicht in diesen Kreisläufen selber, sondern in deren Überwindung. Jede Religion oder Glaubenslehre kann allenfalls Vorbereitung sein auf das eine, das große evolutionäre Ziel des Menschseins - nämlich das individuelle geistige Erwachen (die "Rückkehr des verlorenen Sohnes").
Ein Monotheismus der Zukunft sollte uns also diesen Sinn vermitteln können, anstatt ihn uns - aus Unwissenheit - weiterhin vorzuenthalten.

Wir erinnern uns - religiöse Lehren sind stets eine Manifestation der 1. und allenfalls der 2. Dimension unserer Bewusstseinspyramide. Man könnte diese beiden unteren Dimensionen auch als das Ritual und das Dogma der jeweiligen Glaubenslehre bezeichnen: Das Ritual (die 1. Dimension) findet statt als überlieferte Handlung in der materiellen Welt der "Erkenntnis von gut und böse". Ein Dogma dagegen (die 2. Dimension) entfaltet seine Wirkung im Inneren, im Bewusstsein der Gläubigen.

Rituale sind identitätstiftende Äußerlichkeiten (wie etwa der Brauch sich zu versammeln, zu verkleiden, sich zu verbeugen u.dergl.), denen man besondere Bedeutungen im Umgang mit der jeweiligen Gottheit beimisst.
Dogmen - also unsere 2. Bewusstseins-Dimension - haben ihren Sitz in der Welt der Ideen. Sie wurden in den Buch-Religionen aus den Texten der Bibel bzw. des Koran extrahiert und werden uns von professionellen Gottesgelehrten vermittelt.

Aber die 3. Bewusstseins-Dimension will sich uns einfach nicht erschließen. Und wenn doch, so endet sie üblicherweise bereits dort, wo sie eigentlich beginnen sollte, nämlich an der Grenze zwischen Objekt und Subjekt, am Fuße der "Leiter" aus Jakobs Traum. Und genau dort sind unsere eifrigen Vorbeter und Schriftdeuter positioniert, wo sie uns in ihrer Unwissenheit den Zugang zur 3. Bewusstseinsdimension, zum Baum des Lebens, verstellen.
Die Konsequenz aus diesem Problem wäre demnach ein zukünftiger Monotheismus mit einem Ritual, das keiner Priester bedürfte sowie einem Dogma, das für jedermann verständlich wäre, auch ohne die Auslegungen durch Schriftdeuter.

Halten wir uns außerdem vor Augen, zu welchem Gezänk bis hin zu Hass, zu Mord und Totschlag die Frage des "wahren Glaubens" unter Gottesgelehrten seit biblischen Zeiten führt. Es wird erkennbar, dass kein geistlicher Würdenträger je zugunsten eines zukünftigen gemeinsamen Monotheismus von Juden, Christen und Moslems zur Aufgabe seiner religiösen Traditionen bereit wäre. Auf diesem Niveau des Bewusstseins sind Fortschritte also absolut undenkbar.
Darum müsste ein gemeinsames Ritual über den traditionellen Glaubensübungen stehen und ein gemeinsames Dogma müsste aufbauen auf den alten Lehren - so wie eine Schule auf der Vorschule aufbaut.


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Die 1. Dimension - das Ritual

Damit sind wir bereits im Kern angelangt. Eine Religion bedarf zunächst eines identitätsstiftenden Rituals. Doch schon die Frage, ob das Ritual nun islamisch sein sollte oder christlich oder jüdisch, lässt erkennen, dass man so nicht weiter kommt. Wir brauchen also ein wenig mehr Betrachtungsabstand:

Für alle drei Lehren gelten die Anleitungen zu einem anständigen, moralischen Lebenswandel im Sinne der Gesetze der jeweiligen "alleinigen" Gottheit als essenziell. Darüber hinaus aber enthalten Altes und Neues Testament zusätzlich noch (verborgene) metaphysische Lehren, die sich - zumeist unverstanden - hinter mehr oder weniger symbolisch historischen Begebenheiten oder Gleichnissen verstecken und so diesen alten Texten ihre kabbalistische Seele und den göttlichen Geist einhauchten.
Also wäre es sinnvoll, diesen metaphysischen Mehrwert der Bibel dem Dogma vorzubehalten, die Vorschriften des Koran für ein moralisches Leben aber zur Gestaltung des Rituals zu nutzen.

Doch wie könnte ein islamisches Ritual aussehen, welches im 21. Jahrhundert die Massen der Juden, Christen und Moslems in ihrem Glauben an den "einen Gott" vereinen könnte?

Ein Moslem, der sich mit Gebetsriemen müht, ein Jude, der ein Kruzifix küsst... Es wird sofort deutlich, dass auf dieser Bewusstseinsstufe zwar Spott und Hohn möglich sind, aber keinerlei Konsens zu erwarten wäre.
Wir sollten also versuchen, den Begriff des Rituals ein wenig weiter als gewohnt zu fassen, d.h. weniger glaubensfixiert und für keinen der Ausübenden peinlich oder lächerlich...
Und nun mag es uns vielleicht weniger überraschen, wenn ein solches gemeinsames Ritual auf den 1. Blick überhaupt nichts mehr mit Religion und frommem Glauben zu tun haben könnte - sondern mit Moral... Es beträfe nämlich unseren Umgang mit dem Geld. Wie bitte?

Wir alle erkennen es inzwischen mit erschreckender Deutlichkeit: der Raubtier-Kapitalismus läuft aus dem Ruder. In den exzessiven Auswüchsen seiner Globalisierung ist er kaum noch beherrschbar. Ein Geldsystem, bei dem Spekulanten sich an den Ärmsten der Armen dieser Welt bereichern dürfen (durch Wetten auf die Verteuerung der Grundnahrungsmittel), wo sich Banken gegenseitig den "schwarzen Peter" ihrer windigen Kapital-Produkte zuschieben bis sie kollabieren, wo Hedge-Fonds auf Pump gesunde Unternehmen legal ausplündern dürfen - ein solches Kapitalsystem hat wohl bereits die Talsohle seiner moralischen Verkommenheit erreicht.

Ein Umdenken wird dringend erforderlich. Dabei sollten wir auch nicht die Augen davor verschließen, dass der Kapitalismus der Gegenwart den Vergleich mit einem Krebsgeschwür nicht zu scheuen braucht. Beide - Kapital wie Krebs - sind auf Wachstum programmiert. Dieses Wachstum endet erst mit dem Tod des Wirts-Organismus. In der Welt des Kapitals heißt das: sobald der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch verkauft ist...

Doch es gibt tatsächlich eine Alternative - es ist das islamische Finanzsystem.
Dieses verfügt über ein verbindliches Spekulationsverbot. Mit Geld darf nicht Geld verdient werden. Auf das Erheben von Zinsen wird verzichtet. Es funktioniert (bitte erschrecken Sie jetzt nicht) - nach den Gesetzen der Scharia.
Selbstverständlich möchte kein Abendländer das fundamentalistische Rechtssystem des orientalischen Mittelalters importieren. Aber der hohe ethische Anspruch an ein reformiertes Geldsystem, das allein unseren planetarischen Suizid noch verhindern könnte, sollte wohl nach islamischem Vorbild den Geldhandel gesetzlich von den wuchernden Zins- und Zinseszins-Metastasen befreien. Hier ist also die Politik gefragt, so lange sie noch handlungsfähig ist...


Es sollte uns allen zu denken geben, dass Kapitalismus und Monotheismus nun gleichzeitig in existenzielle Krisen schlittern. Kapitalismus steht für materielles und Monotheismus für spirituelles Bewusstsein des Menschen.
Die Überwindung des scheinbaren Gegensatzes aus Materie und Geist rückt zwingend ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit - und wir sehen ahnungsvoll am Horizont des 3. Jahrtausends für uns ein evolutionäres Lernziel heraufdämmern: Die Menschheit steht vor der Herausforderung, Geistiges zukünftig als materieller, realer ("wirklicher") - und Materielles mehr als geistig, ("unwirklicher") wahrzunehmen als wir es heute noch gewohnt sind. In dieser Angleichung der Gegensätze liegt der Schlüsssel zur Vermeidung unserer Selbstvernichtung auf dem Raumschiff Erde.


Fassen wir kurz zusammen: ein glaubensübergreifendes, gemeinsames Ritual, das die Anforderungen eines Monotheismus des Wassermann-Zeitalters erfüllen könnte, wäre also ein von Juden, Christen und Moslems zukünftig gemeinsam praktiziertes ethisches und gerechteres Finanzsystem - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Gelänge es uns, diese moralische Hürde (wenn auch zunächst nur mental) zu nehmen, so hätten wir damit bereits die 2. Dimension unserer Bewusstseinspyramide des Monotheismus zu betreten.


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Die 2. Dimension - das Dogma

Die jüdische Metaphysik ist uns in den Erzählungen und Gleichnissen der Bibel nur rudimentär erhalten geblieben. Doch warum - so könnte man sich fragen - nur bruchstückhaft und nicht angemessen dokumentiert, wie man es doch wohl von einem so grundlegenden "heiligen" Thema erwarten dürfte?

Die Erklärung ist leicht nachvollziehbar, denn sie gründet in der menschlichen Natur: In vorgeschichtlicher Zeit, als die Thora noch neu war, dauerte es nur wenige Generationen, bis die Priesterschaft damit begann, die ihr von Tetragrammaton anvertrauten Lehren für die profane Menge des Volkes zu verschleiern. Man formte das Wissen um, indem man es in subjektive Geschichten, wunderbare Begebenheiten oder auch symbolische Historie einfließen ließ.
Nachfolgende Priestergenerationen "verbesserten" diese (schon nicht mehr korrekt interpretierten) Geschichten nach ihrem eigenen Verständnis... und so fort. Das hatte insgesamt zwar den Nachteil, dass immer mehr Substanz der alten Weisheit verloren ging, bot aber für die etablierte Priesterschaft den Vorzug, als Vermittler zwischen Gott und dem "sündigen" Menschen zunehmend unentbehrlicher zu werden.

Um also bei einem zukünftigen "Monotheismus des Wassermannzeitalters" diese ewige Klippe der inkompetenten Vermittlung der Lehre zu umschiffen, müsste ein neues Dogma in seiner Allgemeinverständlichkeit so leicht nachvollziehbar sein, dass es keiner "gelehrten" Erklärungen mehr bedarf.

Beispielsweise wäre die gradlinige Lehre von der Involution und der Evolution des Geistes dafür geeignet. Diese Lehre rückt den "Atem Gottes", den Motor hinter allen kosmischen Gesetzen in der sichtbaren wie der unsichtbaren Welt, in unser Blickfeld. Er zeigt sich im permanenten Auf und Ab des schöpferischen Geistes.
  • Die Involution des Geistes - oder des göttlichen Bewusstseins - bringt die erschaffene Welt in die Manifestation.
  • Die Evolution des manifestierten Bewusstseins (die Rückkehr ins Unmanifestiere) nimmt ihren Anfang in der mineralischen Welt (als dem Körper des Planeten Erde).
  • Fortgeschrittenem und ausgewähltem mineralischem Bewusstsein gelingt die Einkörperung in die Welt pflanzlichen Lebens.
  • Fortgeschrittenem und ausgewähltem pflanzlichen Leben gelingt die Einkörperung in die Welt tierischen Bewusstseins.
  • Fortgeschrittenem und ausgewähltem tierischem Leben gelingt die Einkörperung in die Welt menschlichen Bewusstseins.
  • Fortgeschrittenem und ausgewähltem menschlichem Bewusstsein gelingt das Eintauchen in die Welt des Unkörperlichen, des nicht materiellen Geistes - der nunmehr, trotz seiner "Formlosigkeit", sich ein Bewusstsein seiner Selbst bewahren kann.
  • Wer wählt aus? Fortgeschrittene und ausgewählte Hierarchien des nicht eingekörperten Bewusstseins.
Wer derlei zu erfassen vermag und sogar in seinem Bemühen um Erkenntnis weiter voran schreiten möchte, dem würde sich das übergeordnete Gesetz von Ursache und Wirkung als weiteres Dogma des Wassermann-Bewusstseins offenbaren.

Auch dieses Gesetz ist ewig in Tätigkeit - sowohl im ganz Großen wie auch im ganz Kleinen, bei der Entstehen eines Universums ebenso wie in der Teilchenphysik (siehe auch URSACHE).
Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung regelt auch unser individuelles Leben von der Geburt bis zum Tod. Und darüber hinaus schafft es die (von uns selbst in diesem und in früheren Leben zu verantwortenden) - mehr oder weniger günstigen - Startbedingungen für unsere nächste Existenz. Es wirkt also horizontal wie vertikal (siehe auch KREUZ) und ist ständig auf Ausgleich bedacht.

Und damit hätte unser Dogma auch noch kurz die Alchemie gestreift: der Ausgleich, die conjunctio oppositorum, die Vereinigung der Gegensätze, ist jenes große Gesetz, das Ursache und Wirkung, Evolution und Involution, Geist und Materie, Gott und Mensch miteinander "versöhnt".

Bei einer Themen-Auswahl für unser metaphysisches Dogma wäre sicher auch der Anfang der Thora von allgemeinem Interesse - von der Erschaffung der Welt bis zur Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Hier ist das Prinzip der Involution in eine hübsche Geschichte gekleidet, die das Erscheinen des Menschen in der raumzeitlichen Realität auf ihre Weise interpretiert... und uns erinnern will: wir, die Nachfahren von Adam und Eva, leben noch heute in dieser Verbannung.

Auch das Neue Testament sollte in unserer Auswahl vertreten sein, etwa in der Gestalt des Jesus aus Nazareth. Allerdings hätte die Lehre des frommen Paulus vom einzigen Sohn Gottes, der für die Vergebung der Sünden all derer gestorben (und wieder auferstanden) ist, die fest an den Gesalbten glauben, in einem Dogma des Wassermann-Monotheismus keinen Platz mehr.

Einzige Ausnahme machte hier natürlich die Vorstufe zur 1. Dimension, jene Ebene des Bewusstseins also, wo die frommen Vorschüler des spirituellen Bewusstseins wie bisher ungestört ihren jeweiligen traditionellen Glauben pflegen dürften, bis sie beginnen zu erwachen (s.o.).

Im Dogma, der 2. Bewusstseins-Dimension, wäre Jesus das biblische Symbol für des Menschen Sonderstellung innerhalb der Schöpfung, die ihn zum Bindeglied macht zwischen Materie und Geist.
Sigmund Freud entdeckte das Unterbewusstsein und das Überbewusstsein, das Es und das Über-Ich. Das individuelle Überbewusstsein des Menschen wird im christlichen Dogma als der Gesalbte, der Erlöser, Messias und einziger Sohn Gottes angebetet, weil man es mit dem historischen Jesus aus Nazareth gleichsetzt.

(Seine Erkenntnisse von den drei verschiedenen Bewusstseinsebenen des Menschen hat Freud allerdings der kabbalistischen Lehre vom Baum des Lebens entnommen - ohne dass ihm meines Wissens je ein Wort von der eigentlichen Herkunft seiner Findungen über die Lippen kam. Tragischerweise starb Freud an Zungenkrebs).

Selbstverständlich könnte eine Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus aus Nazareth einerseits sowie der Instanz des individuellen "Über-Ichs" andererseits, den allerheftigsten christlich-dogmatischen Protest hervorrufen, da derlei dem Christenglauben a la Paulus schließlich seine Daseinsberechtigung entzöge...

Aber das Christentum - ob katholisch oder reformiert - hätte selbstverständlich nach wie vor seine Aufgaben dort, wo die frommen Vorschüler der Lehre von der menschlichen Selbsterkenntnis wie bisher unterwiesen würden.


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Die 3. Dimension - die Himmelsleiter

Die 3. Dimension unseres Wassermann-Monotheismus unterscheidet sich nur in einem einzigen Punkt von den 3. Dimensionen der traditionellen Lehren: sie wird BEWUSST thematisiert.
Im Judentum, Christentum und Islam dagegen bleibt sie mehr oder weniger unbewusst und unverstanden... Über dem frommen Gläubigen thront bereits der Schöpfer der Welt, der gestrenge Richter aller guten und bösen Menschen - und lässt dem Subjekt keinerlei Raum zur Selbsterkenntnis.

Die kabbalistische Lehre vom Lebensbaum dagegen gibt uns Einblick in die hierarchische Ordnung dieser subjektiven dritten Dimension - die Jakobsleiter hat viele Sprossen. Deshalb soll sie an dieser Stelle auch ausdrücklich Erwähnung finden. Denn die Repräsentanten der traditionellen Lehren von dem Einen Gott sind mit diesem Thema spirituell überfordert. Der Grund dafür ist in der Natur der Himmelsleiter selbst zu finden - um sie zu erklimmen, muss man den sicheren Boden verlassen. Mit anderen Worten: hier, auf Jakobs Leiter, gibt es keine Lehre, keine objektive "Wahrheit" mehr zu studieren, die sich von der 1. Dimension aus rational begreifen ließe. Selbsterkenntnis ist eine individuelle, sehr persönliche Erfahrung. Sie könnte mit dem Studium des Lebensbaumes beginnen.

Mit Betreten dieser 3. Dimension überschreiten wir die Grenze zwischen der objektiven und der subjektiven Welt. Hier kommt - metaphysisch betrachtet - eine ganz neue Polarität ins Spiel, welche der Evolution des menschlichen Geistes erst Sinn und Richtung vorgibt.
Diese Polarität zu erkennen und uns auf sie einzulassen, ist für uns ein eben so entscheidender Schritt wie etwa der, den eine tierische Lebensform vollbringen muss, um sich (evolutionär) zu menschlicher Form zu erheben... Die Rede ist von der Polarität zwischen Körper und Geist.

Für die meisten von uns ist diese Polarität deshalb so schwer verständlich, weil wir uns (mehr oder weniger) mit unserem physischen Körper identifizieren - nicht aber mit unserem Geist... etwa nach dem Motto: "...meinen Körper kann ich anfassen, er ist real - meinen Geist aber kann ich nicht anfassen, also gibt es keinen Geist".
Zwischen unterschiedlichen Evolutionsstufen sind Mischformen möglich - zwischen Pflanze und Tier, zwischen Tier und Mensch. Und auch zwischen dem Menschen als Form und dem Menschen als Geist sind Mischformen möglich, bei denen sich unser Bewusstsein entweder mehr mit dem Körper identifiziert - oder mehr mit dem Geist.
Das Evolutionsziel des Menschen (und damit das Ende all seiner Wiedergeburten) ist eine nicht mehr körperliche Existenz, seine "Auferstehung" also - die "Rückkehr ins Paradies".

Man kann das Gesagte verstehen - oder man kann es nicht verstehen. Aber man kann es sich nicht erklären lassen. Damit soll ausgedrückt sein, dass es in der 3. Dimension des Wassermann-Bewusstseins keiner frommen Glaubenswächter mehr bedürfte. Diese hätten zwar nach wie vor ihre Daseinsberechtigung in der Privatheit der erwähnten Vorschulen des menschlichen Bewusstseins. Aber wer sich als Prediger im feierlichen Ornat seines traditionellen Glaubens dann immer noch öffentlich zu Tiraden gegen "Ungläubige" hinreißen ließe, der würde sich in Zukunft als ein aus der Vorschule der Spiritualität entlaufener Einfaltspinsel im Narrengewand lächerlich machen.


Stand: Juni 2008

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Praktizierter Monotheismus

Wie könnte ein praktizierter Monotheismus aussehen? Wie sollte sich ein Gottesdienst zu Ehren des Einen Gottes von der traditionellen Anbetung unterscheiden, die sich jeweils nur allein an Jahwe oder den Dreifaltigen Gott mit seinem Sohn oder nur an Allah richtet?

Es bedürfte gar keiner dramatischen Veränderungen. Wir bräuchten nur die 3 Dimensionen des vollkommenen Bewusstseins zu Grunde legen, wie sie in der Bibel als der "Baum des Lebens" im Paradies oder als "Jakobs Traum von der Himmelsleiter" umschrieben sind: Ein zukünftiger Monotheismus sollte dementsprechend dreidimensional bzw. dreistufig strukturiert sein.

Auf der 1. Stufe des Bewusstseins gäbe es nach wie vor die jeweils jüdischen, christlichen und islamischen Gottesdienste, Predigten und Rituale, die seit Moses', Paulus' oder Mohammeds Zeiten üblich sind und entsprechend in Synagogen, Kirchen oder Moscheen stattfinden.
Diese erste Stufe bliebe unangetastet denjenigen vorbehalten, die nur im eigenen Glauben den "wahren Glauben" sehen können oder die Andersgläubige für ungläubig halten.

Die 2. Stufe versammelt all jene, die zu erkennen beginnen, dass die ewigen "gelehrten" Streitereien sowie die gebräuchlichen Vorstellungen von den jeweils "alleinigen" Gottheiten der Buchreligionen viel zu kurz greifen. Diese Bewusstseins-Stufe erfordert für eine Versammlung Andächtiger keine traditionellen Gotteshäuser mehr. Es sind auch keine vorgegebenen Rituale mehr nötig, ebensowenig die üblichen Predigten oder geistlichen Würdenträger. Vielmehr kann jeder engagierte Jude, Christ oder Moslem - sei er Mann oder Frau - seinen Beitrag leisten, wenn er sich dazu berufen fühlt. Er kann die Versammelten an seinen Einsichten und Fragen, an seiner Suche nach dem Einen Gott teilhaben lassen.
Wer stattdessen die alten Bräuche vorzieht, der findet diese nach wie vor in der untersten Stufe des Bewusstseins.

Die 3. Stufe schließlich, die - wie Jakobs Leiter - bis hinauf in den Himmel reicht, bedarf keiner Äusserlichkeiten mehr wie der Feiern oder Versammlungen der 1. und der 2. Erkenntnis-Stufe. Ein erwachtes Bewusstsein ist ein gänzlich subjektives, persönliches Phänomen. Darum kann der "Himmel" bei religiösen Zusammenkünften auch nur symbolisch gegenwärtig sein.


Wie aber könnte die Präsenz der 3. Stufe bei einem monotheistischen Gottesdienst wahrnehmbar sein? Denkbar wäre etwa, einen besonderen Zeitpunkt für eine solche Veranstaltung der 2. Stufe zu reservieren - die Zeit als Symbol für den Erschaffenden Geist.
Natürlich könnte ein solcher Gottesdienst zu jedem beliebigen Termin stattfinden. Aber sinnvoll wäre sicherlich die zusätzliche Einhaltung einer im Jahresablauf gründenden Wiederkehr als Anlass für besondere Feiern. Beispielsweise wäre der Eintritt der Sonne in die vier kardinalen Sternzeichen Widder, Krebs, Waage und Steinbock (also die beiden Äquinoktien sowie Sommer- und Wintersonnenwende) eine mögliche Vorgabe.
Wir sehen, dass die Begründung eines Monotheismus des Wassermannzeitalters lediglich der Einrichtung dieser 2. Stufe des Gottesdienstes bedarf, wo tolerante und vorurteilsfreie Menschen aller Religionen und Länder unseres Planeten gemeinsam daran arbeiten könnten, das kollektive Bewusstsein der Menschheit weiter anzuheben, um uns ein wenig aus den ewigen Fesseln von Gier, Gewalt und religiöser Indoktrination zu befreien - zum Wohle des Ganzen. Denn auch die Bewahrung der Schöpfung ist gelebter Monotheismus.


Pfingsten 2010

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