Solltest du, liebe Leserin, oder du, lieber Leser, als Besucher dieser Website zu den Wenigen gehören, die den Sinn ihres Lebens darin erkennen, ihre spirituelle Entwicklung aktiv voranzubringen und nach einem geeigneten Weg dafür suchen, so möchte ich dir im folgenden ein wenig dabei helfen, ihn zu finden.
Beginnen wir deshalb zunächst mit dem ganz Allgemeinen - etwa so wie uns das Navigationsgerät im Auto seine Hilfe mit einem ersten, allgemeinen Hinweis anbietet:
"Das Ziel liegt in der angezeigten Richtung." Es gibt 2 Optionen, dein Ziel - nennen wir es "Selbsterkenntnis" - zu erreichen. Der erste Weg ("der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse") ist der Weg der Menschheit insgesamt. Es ist der staubige und ewig lange Weg des geistigen Erwachens mittels "learning by doing". Er kostet dich keine spirituellen sondern körperliche Anstrengungen. Auf diesem Weg wirst du viele schöne, aber auch viele schreckliche Dinge erleben. Du kannst weiterhin den Himmel und die Hölle auf Erden erfahren, alle Höhen und Tiefen deiner Gefühle kosten und durchleiden - und Leben um Leben den eigentlichen Sinn deines Lebens übersehen. Dieser breite Weg ist der Weg der Evolution, der Weg des unbewussten Seins. Er entspricht der 1. und der 2. Dimension des Bewusstseins (siehe unter
Kreuz)
Der zweite Weg (der "Baum des Lebens") ist der des bewussten Seins. Das ist ein einsamer, schmaler und steiler Pfad. Auch er ist zu lang, um das Ziel in einem einzigen Leben zu erreichen. Dennoch stellt er eine Abkürzung dar, weil deine feste Entschlossenheit, ihn zu gehen, dir das praktische Lernen (durch "unbewusstes Sein") entsprechend ersetzen wird. Wir wollen hier von diesem steilen Weg des Lernens sprechen. Er betrifft die 3. Bewusstseins-Dimension (siehe unter
Pyramide).
"Bei nächster Gelegenheit bitte wenden." Warum sollst du wenden? Was war falsch an deinem bisherigen Leben? Nichts. Du hast dir nichts vorzuwerfen. Selbst wenn du ein Ehebrecher, Finanzhai, Islamist oder Sexmonster wärest - jeder lebt das Leben, das seinem Bewusstseinsstand entspricht...
Die Wende besteht für dich darin, allmählich vom Handelnden zum Nichthandelnden zu werden - oder, wenn du so willst, vom Spieler - auf der Bühne des Lebens - zum Zuschauer. Aber für den Schaden, den du bisher angerichtet hast (als Spieler in diesem und in früheren Leben), musst du dennoch aufkommen. Versuche also von nun an nach Kräften, dir möglichst nichts mehr zu Schulden kommen zu lassen. Das wird dir später helfen - wenn es gilt, am eigenen Leib all das zu erfahren, was du einst anderen zugemutet hast.
Wie Schuld und Sühne beruht alles in unserer Entwicklung auf dem Ausgleich von Gegensätzen. Und damit findet alles Sein letztlich wieder zurück ins Gleichgewicht. Die Schöpfung ist vollkommene Harmonie.
Die empfohlene Wendung liegt also in einem zukünftigen Vermeiden allen extremen Tuns, ja sogar Denkens und Fühlens* (!). Was du freiwillig zu lernen bereit bist, wird dir als die spätere Belastung durch ein "blindes Schicksal" erspart bleiben.
* das direkte Ausleben aller Emotionen ist der Evolutionsstufe unserer jüngeren Geschwister - den Tieren - vorbehalten. Als Menschen müssen wir nun leider lernen, unser Denken und Fühlen zu kontrollieren.
"Nach 300 m rechts abbiegen." Wenn du erst einmal ernsthaft deinen Weg der Selbsterkenntnis gehst, wirst du irgendwann bemerken, dass die Menschen um dich herum Schlafwandlern gleichen, die ihre Träume für Realität halten. Du wirst dich von ihrem Treiben abwenden wollen.
Überlasse sie ihren Illusionen von "Wirklichkeit", ihren Kämpfen um Macht und Einfluss, um Karrieren, Reichtümer und Religionen. Lass sie nur sich belügen und betrügen, sich feiern und verraten, sich hassen und herzen - und verurteile sie nicht. Sie träumen einfach nur lebhaft, wie ja auch du selber bis vor kurzem noch geträumt hast.
Das mag zunächst wie unterlassene Hilfeleistung klingen. Aber solltest du wirklich helfen wollen und die Träumer tatsächlich zu wecken versuchen, so könnten sie dich gar nicht verstehen. Sie hielten dich allenfalls für ein wenig sonderbar, für einen komischen Heiligen. Du kannst sie nicht aus ihrem Schlamassel befreien, solange sie nicht dazu bereit sind, sich helfen zu lassen. Diskutiere also nicht mit denen, die nur im Schlaf reden, während sie im Durchwaten mentaler Untiefen und abgründiger Emotionen ihre Lebenszeit vertun.... Hier beginnt der Weg, den du gehen willst, bereits steiler zu werden.
"Folgen Sie dem Straßenverlauf für 10 Kilometer." Es wird nun Zeit für dich, dir eine konsequentere Umsetzung der angestrebten Distanzierung zur Welt der Träumer abzuverlangen. Aber wie gelingt dir das praktisch? Wie gewinnst du Abstand zu der materiellen Welt, in der du existierst - ohne dich in Sackgassen zu verrennen?
Deine neue Rolle als Zuschauer in der 'Göttlichen Komödie' erfordert neue Spielregeln - um vom Träumen zum Wachen zu gelangen, genauer: vom Tun zum Nichttun.
Wenn du für deinen Weg der Selbsterkenntnis alles im Leben aufzugeben bereit wärest, aber auf Familie und Karriere nicht verzichten könntest - dann werde zum Einsiedler.
Wenn es dir nicht gelingt, den Glauben deiner Ahnen hinter dir zu lassen (weil du nun mal zum Juden, Christen oder Moslem erzogen wurdest), dann überwinde diese Konditionierungen - oder behalte deinen Glauben... und gehe den Weg in einem späteren Leben weiter.
Du möchtest auf den Verzehr von Tieren nicht verzichten, nicht auf Tabak, Alkohol und nicht auf Drogen? Verzichte!
Du kannst vom Sex nicht lassen? Vergiss den Sex!
Aufwachen wollen bedeutet auch, sich von seinen Träumen zu verabschieden.
Das schaffst du nicht? Macht nichts - dann träume weiter wie bisher. Überfordere dich nicht dort, wo du am Ende nur versagen müsstest. Akzeptiere, dass du noch nicht so weit bist. Vielleicht fällt es dir schon im nächsten Leben leichter, mehr Abstand zu halten. Immerhin hast du ja heute schon ein wenig Vorarbeit geleistet, indem du dein fernes Ziel ins Auge gefasst hast.
"Fahren Sie in den Kreisverkehr und nehmen Sie die zweite Ausfahrt." Bisher sind wir davon ausgegangen, dass du dich deinem großen Ziel näherst, indem du dich von der Hektik der Außenwelt ab- und deiner Innenwelt zuwendest. Aber auch dort erwartet dich - du weißt es sicherlich schon - ein ähnlicher Stress. Falls du bereits Erfahrung hast im Bemühen um die bewusste Kontrolle deiner mentalen Aktivitäten, dann kennst du den inneren Kreisverkehr dieser ständig zirkulierenden und ewig gleichen Gedanken, dieses Kettenkarussell in deinem Kopf, dem du einfach nicht entkommst.
Nimm dir von nun an die Zeit, dich mit diesem Phänomen deines undisziplinierten Unterbewusstseins näher zu beschäftigen. Opfere 5 Minuten eines jeden Tages, um dich in Ruhe hinzusetzen und zu versuchen, während dieser Zeit das Nichtdenken zu üben. Aber ärgere dich nicht, wenn du dich schon nach einer Minute wieder beim Denken ertappst... Nimm das einfach unbewegt zum Anlass, zum Nichtdenken zurückzukehren.
Indem du dich den teuflischen Zwängen deiner äußeren und inneren Automatismen zunehmend entziehst, wirst du merken, dass du bisher ständig wie absichtlich unter Strom gehalten wurdest, so als solltest du erst gar nicht auf die Idee kommen, auch mal den Stecker herauszuziehen...
Was bewirkt eine solche Unterbrechung deiner Alltagsroutinen bei dir - außer der "Entschleunigung" deines Lebens? Es findet eine Verlagerung deines Bewusstseins statt - du bist nicht nur der Karussellfahrer, den es permanent herumwirbelt - du bist auch der Beobachter, der in vollkommener Ruhe diesem Treiben zuschaut.
Unser Navi rät dir, die 2. Ausfahrt zu nehmen, nicht die 1. und nicht die 3.. Denn zur Rechten wie zur Linken deines Weges werden dir allerlei "Zufälligkeiten" begegnen, die dich von deinem Ziel abbringen könnten - fort von der Selbsterkenntnis - zurück in die Welt der Polaritäten und Gegensätze. Betrachte derlei Ablenkungsmanöver als Prüfungen; sie werden sich gezielt deiner jeweiligen Schwachpunkte annehmen.
"Folgen Sie dem Straßenverlauf." Im Laufe der Jahre - sofern du deinem Ziel unbeirrt folgst - wirst du weiter zur Ruhe kommen. Vielleicht hast du dir inzwischen Meditations- oder Yogatechniken angeeignet, die zu einem festen Bestandteil deines täglichen Lebens geworden sind. So ist dein Geist zu einem stabilen und empfangsbereiten Gefäß geworden.
Doch solltest du keinen Selbstzweck darin sehen, dieses Gefäß weiter zu vervollkommnen. Ein Gefäß erfüllt seinen Zweck dann, wenn es aufnimmt, wozu es geschaffen wurde... Zuviel Inhalt ohne ein geeignetes Gefäß wäre ebenso unharmonisch wie zu wenig Inhalt in einem zu großen Gefäß...
Ersteres könnte etwa einem fortgeschrittenen Wissenschaftler entsprechen, der als Quantenphysiker die Überschreitung der Materie-Grenze hin zum Geist für pure Physik hielte. Das andere Extrem wäre vielleicht ein geübter Zenmeister, der seinen Geist über Stunden hinweg in perfekter Ruhe zu halten vermag, aber ansonsten eine seltsame Banalität des Denkens an den Tag legt.
Du solltest dich also um beides bemühen, um Gefäß und Inhalt. Dabei wird es dir sicher nutzen, die "Realität" besser verstehen zu wollen. Was steckt hinter jener gewaltigen Maschinerie "Universum" für eine Kraft, die alles am Laufen hält? Nach welchen Gesetzen funktioniert das Ganze? Ich möchte dich bei deinen Nachforschungen dazu ermuntern, auch die Astrologie zu studieren sowie die kabbalistische Lehre vom "Baum des Lebens" und natürlich nicht zuletzt auch die entsprechenden Erkenntnisse aus der Quantenphysik.
Diesen Disziplinen (und anderen mehr) gemeinsam ist die Eigenschaft, jeweils ein "missing link" zu sein, das die Materie mit dem Geist zu verbinden vermag. Solche Lehren sind Brücken, über die du auf deiner Suche nach Selbsterkenntnis gehen kannst, um die alles umfassende Einheit allen Seins - selbst in seinen scheinbar gegensätzlichsten Facetten und Erscheinungsformen - immer deutlicher zu verstehen. Wohlgemerkt - es geht um Selbsterkenntnis, um die Dritte Dimension deines Bewusstseins also. Religionen dagegen halten dich in den Polaritäten des ein- und des zweidimensionalen Bewusstseins gefangen!
"Navi stoppen." Nehmen wir an, wir hätten das Navi auf das Ziel "nach Hause" eingestellt. Spätestens bei dem Thema "Dritte Dimension" - der Selbsterkenntnis also - wird dir alles um dich herum nun zunehmend vertrauter erscheinen. Du erkennst die altbekannte, heimatliche Umgebung wieder, die du während all deiner Abenteuer in der Welt der Erkenntnis von Gut und Böse niemals gänzlich vergessen hast, wie lange auch immer du fort gewesen sein magst. Ab hier brauchst du keine Hilfe mehr und wirst deinen weiteren Weg allein finden.
* * *
Stand: September 2009