Zunächst eine Klärung des unverstandenen Begriffs "Monotheismus".
Alle Geschöpfe - seien sie Pflanzen, Tiere oder Menschen, seien sie irdisch, außerirdisch oder seien sie Götter, seien sie aus unserer oder einer anderen Galaxie, seien sie aus diesem oder einem fremden Universum - sie alle sind Aspekte ("Schöpfungen") der Einen Verborgenen Gottheit. Jeder offenbarte Gott - von Jahwe bis Allah - ist ein erschaffener Gott und gehört bereits einer niedrigeren (polarisierenden) Bewusstseinsebene des Menschen an. Der Begriff "Monotheismus" wird allein der Einen Verborgenen Gottheit jenseits aller offenbarten Götter gerecht.
Beginnen wir nun damit, das Undenkbare zu denken: der zornige Jahwe des Alten Testaments ist nicht der Schöpfer der Welt - sondern deren Erklärer, ein Lehrer der Menschheit...
ca. 8.000 v.Chr.
die Erde erhält Besuch von außerhalb - den strengen Jahwe. Der baut die Große Pyramide, um symbolisch das Bewusstsein von den drei Dimensionen des Geistes in den Köpfen der dumpfen Menschheit zu verankern. Und Jahwe lehrt den Monotheismus als die Einheit von Schöpfung und Schöpfer (die "3. Dimension des Bewusstseins").
Aber schon wenige Generationen nach diesem Besuch ist das heilige Wissen um den einen Gott längst wieder zur üblichen Götzenanbetung (1. Dimension des Bewusstseins) degeneriert. Die blutigen Tier- und Menschenopfer werden wieder aufgenommen.
ca. 3.000 v.Chr.
der Besuch aus dem All kehrt zurück. Diesmal beschließt Jahwe, den geistigen Fortschritt der Menschheit langfristig dadurch sicherzustellen, dass er die Bewahrung und Reinerhaltung seiner Lehre direkt mit dem Schicksal und Wohlergehen eines ausgewählten Volkes verknüpft: pflegt dieses das heilige Wissen, so geht es dem Volk gut; lässt es die Lehre verkommen, wird es durch Leiden und Strafe zur Rechenschaft gezogen.
Für seine Lehre vom Baum des Lebens erschafft Jahwe den Juden eine eigene Sprache mit einem besonderen Alphabet, Bild- und Zahlensystem. In diesem - kabbalistischen - Alphabet fasst er eine Ur-Thora ab (wahrscheinlich das Buch Genesis), die auf drei unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen studiert werden soll: wörtlich, symbolisch und spirituell. Die Kabbala ist damit der Schlüssel zur Seele und zum Geist der Thora - jenseits des wörtlichen (körperlichen) Buchstaben-Sinnes. Zusammen werden Thora und Kabbala später als die beiden Gesetzestafeln des Moses zitiert.
1.353 bis 1.336 v.Chr.
Der Pharao Echnaton erkennt das Potential, das in Jahwes Lehre vom Baum des Lebens steckt. Er führt statt der überlieferten Vielgötterei den monotheistischen Kult um den Einen Gott Aton ein - wird aber von den Priestern und dem Volk nicht verstanden.
1.250 v.Chr.
Der Stamm Israel findet seine erste namentliche Erwähnung. Dieser Stamm lebt im Ägypterland und wird vom Pharao unterdrückt.
ab 1.230 v.Chr.
Der sagenhafte Moses (dessen Existenz möglicherweise dem engagierten Pharao Echnaton nachempfunden ist) führt sein Volk ins Gelobte Land. Auf dem Berg Sinai erhält er von Gott die "zwei Tafeln des Zeugnisses". (Zu jener Zeit sind Thora und Kabbala in ihrer untrennbaren Ganzheit wahrscheinlich schon vergessen. Zumindest beschließt man - weitere 800 Jahre später - bei der Abfassung der Bücher Exodus und Deuteronomium (2. und 5. Buch Mose) die rätselhaften "Gesetzestafeln" dem schlichten Volk als die 10 Gebote Jahwes zu erklären.)
Doch in den kommenden Jahrhunderten beten die Juden nicht mehr zu dem vergessenen Einen Schöpfer der Welt, sondern zu den Vielen, zu den kanaanitischen Göttern Baal, Moloch, Aschera. Um 900 v.Chr. wird Jahwe in sexuellen Darstellungen eines Gottes der Fruchtbarkeit und auch als Wettergottheit angebetet.
um 700 bis 538 v.Chr.
Verschiedene Propheten (Hosea, Micha, Amos, Elija) geißeln diese Götzendienerei des jüdischen Volkes und predigen die Rückkehr zur Lehre Jahwes... doch vergebens.
Die Assyrer rücken in Israel und Juda ein. Nebukadnezar zerstört den Tempel zu Jerusalem. Die Bevölkerung wird wieder in die ägyptische Knechtschaft verschleppt - und gibt Jahwes Gnadenlosigkeit und Rachsucht die Schuld an diesem Unglück.
um 600 v.Chr.
Zarathustra (Zoroaster) verkündet seine Lehre von dem guten Gott Ahura Masda, der sich in beständigem Kampf gegen den bösen Geist Ahriman befände. Mit dieser dualistischen Lehre (2. Dimension des Bewusstseins, siehe unter KREUZ) bleibt Zarathustra weit hinter der Lehre Jahwes zurück.
um 550 v.Chr.
im "Babylonischen Exil" der Juden entstehen die Bücher des Moses in Anlehnung an altbabylonische Überlieferungen (Sintflutsage, Kindesaussetzung im Weidenkorb u.a.m). In mehreren Schüben vollzieht sich schließlich die Heimkehr der Juden aus der ägyptischen Gefangenschaft.
ab 538 v.Chr.
in Rückbesinnung auf den Bund mit Jahwe wird der Tempel zu Jerusalem wieder aufgebaut. Jahwes heilige Thora wird von eifrigen Gottesmännern um die Bücher Levitikus und Numeri (3. und 4. Buch Mose) "komplettiert".
ca. 400 v.Chr.
der Pentateuch (die fünf Bücher des Moses) erhält seine endgültige Form.
*** Ende des Widderzeitalters / Beginn des Fischezeitalters ***
bis 30 n.Chr.
müht sich Jesus von Nazareth, seinen Zeitgenossen ein erweitertes Bewusstsein zu vermitteln. Die Gottesgelehrten sind überfordert. Man erwartet lieber die Ankunft eines Messias (von dem in Jahwes Lehre nicht die Rede war).
ca. 30 bis 60 n.Chr.
der Jude Saulus/Paulus (Prädikat: 1. Bewusstseins-Dimension*) wird zum Begründer des Christentums, indem er den getöteten Jesus (3. Bewusstseins-Dimension) zum "Erlöser" erklärt, an den man fest glauben müsse. Paulus beginnt, eifrig herum zu reisen und für diesen Glauben zu missionieren.
bis ca. 100 n.Chr.
die Schriften des Neuen Testaments entstehen. Reisen und Briefe des frommen Paulus erfahren darin eine ausgiebige Würdigung. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts schließlich sind Jahwes kabbalistische Lehren aus dem Alten Testament mehr oder weniger in die neue Form der Evangelien umgegossen. Der Glaube an Jesus - als den einzigen Sohn Gottes, den Erlöser der Sünder - breitet sich aus.
zwischen 300 und 400 n.Chr.
griechische Mysterien gewinnen an Einfluss auf den Heiligen- und Bilderkult der sich mehrenden Christenheit. Der Afrikaner Augustinus (1. Bewusstseins-Dimension*) schafft das Fundament für eine christliche Kirche, die von einem Stellvertreter Jesu geleitet wird und deren Weisungsbefugnis der weltlichen Macht sogar übergeordnet sei ("mein Reich ist nicht von dieser Welt", sagte einst Jesus).
Kaiser Konstantin leitet die Installation des Christentums als Staatsreligion in die Wege. Damit werden aus den verfolgten Christen ihrerseits Verfolger, die systematisch alle "heidnischen" Lehren und kabbalistischen Aufzeichnungen vernichten.
Mit der Kabbala ist die eine der beiden Gesetzestafeln, des Geschenks Jahwes an sein auserwähltes Volk, verloren. Und die andere Tafel kann deshalb nur noch wörtlich verstanden werden... Von Körper, Seele und Geist der Thora sind Seele und Geist verloren.
ab ca. 600 n.Chr.
Mohammed kommt auf seinen Handelsreisen in Kontakt mit den Schriften des Alten und des Neuen Testament. Er beginnt, seinen Koran zu verfassen.
13. Jahrhundert n.Chr.
Die Lehre vom Baum des Lebens, von jüdischen Mystikern seit der Vernichtung ihrer Aufzeichnungen durch die Christen über Jahrhunderte hinweg nur noch mündlich, "von Mund zu Ohr" weitergegeben, wird wieder schriftlich niedergelegt und kommentiert. Der Zohar und das Sepher Jezirah entstehen.
Doch schon bald wird die Kabbala, dieses heilige Wissen, das im Verlaufe der Jahrhunderte im Untergrund verschiedenste "Ergänzungen" erfahren hat, nur noch als ein Sammelsurium mittelalterlicher Abhandlungen teils philosophischen, teils mystischen, teils okkulten oder abergläubischen Inhalts betrachtet.
16. Jahrhundert n.Chr.
Der Talmud - die sorgsam gesammelten Weisheiten vieler Generationen eifriger Rabbiner - erscheint in gedruckter Form... Nur die anspruchsvolle Lehre ihres Gottes Jahwe haben die Rabbis nicht mehr im Programm.
*** Ende des Fischezeitalters / Beginn des Wassermannzeitalters ***
21. Jahrhundert n.Chr.
Die beiden Tafeln des Gesetzes liegen im Staub - die Thora verkannt, die Kabbala vergessen... Jahwe hat ganz offensichtlich ein Problem mit seinem auserwählten Volk.
____________
*) das Prädikat "1. Bewusstseins-Dimension" beruht auf dem besonderen weltlichen Eifer der betreffenden Kirchenväter. Ein Paulus oder ein Augustinus waren wohl sehr fromm - aber weltliche Frömmigkeit ist ein sicheres Anzeichen mangelnder geistiger Erleuchtung.
Ein Buddha oder ein Laotse hätten angesichts solcher Eiferer gelächelt - und geschwiegen.
* * *
Stand: Februar 2007